Säule 3a Konto eröffnen: Anleitung 2026

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Eröffnung eines Säule-3a-Kontos in der Schweiz. Vergleichen Sie 160 Produkte von 98 Anbietern, erfahren Sie welche Unterlagen nötig sind und ob Bank, App oder Versicherung die beste Wahl ist.

Säule 3a Konto eröffnen: Anleitung 2026
Adrien MissiouxNadia Schmid
Geprüft von Nadia Schmid
Zuletzt aktualisiert am |Swiss Made

Die Eröffnung eines Säule-3a-Kontos dauert etwa 10 Minuten und kann Ihnen dieses Jahr über CHF 2'000 an Steuern sparen. Trotzdem haben viele Schweizerinnen und Schweizer entweder kein 3a-Konto oder haben ihren Anbieter aus reiner Bequemlichkeit gewählt. So machen Sie es richtig.

Wie eröffne ich ein Säule-3a-Konto online?

Ein 3a-Konto in der Schweiz zu eröffnen ist unkompliziert. Die meisten digitalen Anbieter ermöglichen den gesamten Prozess vom Smartphone aus.

Anbietertyp wählen

Entscheiden Sie sich zwischen einem Sparkonto (Kapitalgarantie, tiefe Rendite) oder einem Anlagefonds (höhere Langzeitrendite, etwas Schwankung). Das ist die wichtigste Entscheidung. Haben Sie noch 10+ Jahre bis zur Pensionierung, gewinnen Anlagefonds fast immer.

Konkreten Anbieter auswählen

Vergleichen Sie Gebühren, Zinssätze und Funktionen. Digitale Anbieter wie Finpension, VIAC und frankly verlangen 0.39% bis 0.44% für Anlagefonds. Traditionelle Banken verlangen 0.80% bis 1.50% für ähnliche Produkte. Nutzen Sie unser Vergleichstool für den Überblick über alle 160 Produkte.

Unterlagen bereithalten

Sie benötigen einen gültigen Ausweis (Pass oder Schweizer Identitätskarte), eine Wohnsitzbestätigung (von Ihrer Gemeinde) und Ihre AHV-Nummer (auf Ihrer Krankenversicherungskarte oder Lohnabrechnung). Manche Anbieter verlangen zusätzlich eine aktuelle Rechnung.

Online-Registrierung abschliessen

Laden Sie die App des Anbieters herunter oder besuchen Sie die Website. Füllen Sie Ihre persönlichen Daten aus, laden Sie Ihren Ausweis hoch und verifizieren Sie Ihre Identität. Die meisten Anbieter nutzen Video-Identifikation oder automatische Ausweiserkennung. Der gesamte Vorgang dauert 5 bis 15 Minuten.

Erste Einzahlung tätigen

Überweisen Sie Geld auf Ihr neues 3a-Konto per Banküberweisung. Das Maximum für 2026 beträgt CHF 7'258 für Angestellte mit Pensionskasse, oder bis zu CHF 36'288 für Selbständige ohne Pensionskasse.

Tipp: Sie müssen nicht den gesamten Maximalbetrag auf einmal einzahlen. Die meisten Anbieter akzeptieren mehrere Einzahlungen über das Jahr verteilt. Stellen Sie einfach sicher, dass alles vor dem 31. Dezember eingeht.

Wer kann ein Säule-3a-Konto eröffnen?

Nicht alle in der Schweiz lebenden Personen sind berechtigt. Hier die Voraussetzungen:

  • Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein
  • Sie benötigen AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen in der Schweiz (Lohn, Selbständigkeit oder Arbeitslosenentschädigung)
  • Sie müssen in der Schweiz wohnhaft sein (oder Grenzgänger mit Schweizer AHV-Pflicht)

Was als Erwerbseinkommen gilt: Reguläre Anstellung, Selbständigkeit, Arbeitslosenversicherung, IV-Taggelder und Mutterschafts-/Vaterschaftsentschädigung. Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen und Renten zählen nicht.

Welche Bank für das 3a-Konto?

Hier machen die meisten einen Fehler. Sie gehen zu ihrer bestehenden Bank und eröffnen ein 3a, weil es bequem ist. Diese Bequemlichkeit kostet über Jahrzehnte echtes Geld.

Sie haben drei Hauptoptionen:

Digitale Anbieter
Tiefste Kosten, für die meisten ideal

Finpension, VIAC, frankly, Yuh, Descartes

Diese App-basierten Anbieter bieten die tiefsten Gebühren im Markt. Anlagefondskosten liegen bei 0.39% bis 0.44% jährlich. Alles läuft digital, von der Kontoeröffnung bis zur Verwaltung.

Am besten für: Alle, die mit einer App vertraut sind und die besten Renditen wollen. Besonders gut für Neuzuzüger, da das Onboarding vollständig digital abläuft.

  • Finpension: 0.39% Gesamtkosten, bis 99% Aktien
  • VIAC: 0.41% Gesamtkosten, bis 99% Aktien
  • frankly (von der ZKB): 0.44% Pauschalgebühr, bis 95% Aktien
Traditionelle Banken
Vertraut, aber teuer

UBS, Raiffeisen, ZKB, PostFinance, Migros Bank, Kantonalbanken

Ihre bestehende Bank eröffnet Ihnen gerne ein 3a-Konto. Der Prozess ist einfach: hingehen, unterschreiben, fertig. Aber Sie zahlen deutlich mehr an Gebühren (0.80% bis 1.50% bei Anlagefonds) oder erhalten fast nichts auf Sparkonten (0.05% bis 0.20% bei den Grossbanken).

Am besten für: Personen, die persönliche Beratung bevorzugen und bereit sind, dafür zu bezahlen. Auch für Personen kurz vor der Pensionierung mit einem einfachen Sparkonto.

  • UBS Fisca: 0.20% Sparzins, Anlagefonds ab 0.90% TER
  • Raiffeisen: digitale 3a verfügbar, aber höhere Gebühren als spezialisierte Anbieter
  • PostFinance: 0.05% Sparzins (praktisch null)
Versicherungen
Unflexibel, meist vermeiden

Swiss Life, AXA, Generali, Helvetia, Zurich

Versicherungsgebundene 3a-Policen bündeln Lebensversicherung mit Altersvorsorge. Sie binden Sie an langfristige Verträge (oft 10 bis 30 Jahre) mit hohen Ausstiegsstrafen.

Am besten für: Personen, die tatsächlich die Lebensversicherungskomponente benötigen (z.B. Hypothekenabsicherung). Für reine Altersvorsorge sind Bank- und App-Lösungen fast immer besser.

Warnung: Eine vorzeitige Kündigung von Versicherungs-3a-Verträgen kann Sie Tausende an Strafen kosten. Lesen Sie das Kleingedruckte sorgfältig.

Welche Unterlagen brauche ich?

Die genauen Anforderungen variieren je nach Anbieter. Folgendes sollten Sie bereithalten:

  • Gültiger Ausweis: Schweizer ID, Pass oder ausländische Identitätskarte. Muss aktuell und nicht abgelaufen sein.
  • Wohnsitzbestätigung: Bestätigung der Einwohnergemeinde. Einige Anbieter akzeptieren auch eine aktuelle Rechnung.
  • AHV-Nummer: Ihre 13-stellige Sozialversicherungsnummer (Format: 756.XXXX.XXXX.XX). Zu finden auf der Krankenversicherungskarte, der Lohnabrechnung oder dem AHV-Ausweis.
  • Schweizer Bankkonto: Die meisten Anbieter benötigen ein verknüpftes Schweizer Bankkonto (IBAN) für Einzahlungen und spätere Auszahlungen.
  • Smartphone mit Kamera: Für digitale Anbieter mit Video-Identifikation oder Ausweiserkennung.

Für Expats und Neuzuzüger: Falls Ihre Dokumente in einer anderen Sprache als Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch sind, verlangen manche Anbieter beglaubigte Übersetzungen. Digitale Anbieter wie Finpension und VIAC sind generell am flexibelsten mit ausländischen Dokumenten.

Online oder am Schalter: Was ist besser?

Für die meisten Personen ist 2026 die Online-Eröffnung schneller, günstiger und bequemer.

Online eröffnen (5 bis 15 Minuten):

  • Rund um die Uhr verfügbar, kein Termin nötig
  • Video-Identifikation von zu Hause aus
  • Tiefere Gebühren dank geringerer Betriebskosten
  • Sofortiger Kontozugang
  • Englischsprachiger Support bei den meisten digitalen Anbietern

Am Bankschalter eröffnen (30 bis 60 Minuten):

  • Erfordert einen Termin während der Öffnungszeiten
  • Persönliche Beratung (die nicht unbedingt unvoreingenommen ist)
  • Papierformulare und physische Unterschriften
  • Wird typischerweise zu den hauseigenen Produkten gelenkt

Nachdem ich GetRates aufgebaut und jeden Anbieter analysiert habe, kann ich Ihnen sagen: Der Besuch am Schalter bringt Aufwand und Kosten, ohne für die meisten einen echten Mehrwert zu bieten. Die einzige Ausnahme? Bei komplexen finanziellen Situationen (mehrere Einkommensquellen, Grenzgängerarbeit, Selbständigkeit) kann eine gute Beratung helfen.

Wie viel kann ich 2026 einzahlen?

Max. CHF 7'258
Angestellte (mit Pensionskasse)

Wenn Sie angestellt sind und in eine Pensionskasse (2. Säule) einzahlen, können Sie 2026 bis zu CHF 7'258 in Ihre Säule 3a einzahlen. Das ist das häufigste Szenario.

Max. CHF 36'288
Selbständige (ohne Pensionskasse)

Selbständige ohne Pensionskasse können bis zu 20% ihres Nettoerwerbseinkommens einzahlen, maximal CHF 36'288 im Jahr 2026. Ein massiver Steuerabzug.

Die Steuerersparnis ist der eigentliche Punkt. Verdienen Sie CHF 100'000 in Zürich und zahlen den vollen Betrag von CHF 7'258 ein, sparen Sie rund CHF 1'800 bis CHF 2'200 an Steuern in diesem Jahr. Über eine 30-jährige Karriere sind das CHF 54'000 bis CHF 66'000 an Steuerersparnissen allein, ohne Anlagerenditen.

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) passt diese Grenzen jährlich an, üblicherweise mit einer leichten Erhöhung im Einklang mit der Inflation.

Tipps für Neuzuzüger und Expats bei der 3a-Eröffnung

Wenn Sie kürzlich in die Schweiz gezogen sind, sollte die Eröffnung eines 3a-Kontos ganz oben auf Ihrer finanziellen To-do-Liste stehen.

Sofort starten. Es gibt keine Mindestaufenthaltsdauer. Ihr erstes Jahr in der Schweiz ist möglicherweise ein Teiljahr (z.B. Zuzug im September). Trotzdem können Sie den vollen Betrag von CHF 7'258 für das Kalenderjahr einzahlen. Warten Sie nicht.

Digital gehen. Anbieter wie Finpension und VIAC bieten ihre Plattformen auf Englisch an und kommen gut mit ausländischen Ausweisdokumenten zurecht. Traditionelle Schweizer Banken haben manchmal Schwierigkeiten mit nicht-schweizerischer Dokumentation.

Steuervorteil verstehen. Ihr 3a-Beitrag reduziert Ihr steuerpflichtiges Einkommen im Kanton, in dem Sie am 31. Dezember angemeldet sind. Auch wenn Sie erst Mitte Jahr zugezogen sind, erhalten Sie den vollen Abzug.

Anlagefonds statt Sparkonto wählen. Unter 50 und am Anfang Ihrer Schweizer Karriere? Dann haben Sie wahrscheinlich 15 bis 30+ Jahre bis zur Pensionierung. In diesem Zeitraum sprechen die Zahlen klar für Anlagefonds. Selbst der beste Sparzins (1.25%) reicht kaum gegen die Inflation.

Möglichen Wegzug einplanen. Falls Sie die Schweiz wieder verlassen könnten: Sie können Ihre 3a dann vorzeitig beziehen. Eine Quellensteuer von 5% bis 10% fällt an (je nach Kanton), die Sie je nach Doppelbesteuerungsabkommen teilweise zurückfordern können.

Unsicher, welcher Anbieter zu Ihnen passt? Probieren Sie unser 3a-Match-Tool für eine personalisierte Empfehlung.

Die häufigsten Fehler bei der 3a-Eröffnung

Bei der Hausbank eröffnen, ohne zu vergleichen

Die meisten eröffnen ihr 3a bei der Bank, bei der sie bereits Kunden sind. UBS, Raiffeisen, ZKB und PostFinance halten zusammen die Mehrheit der 3a-Gelder, verlangen aber die höchsten Gebühren und zahlen die tiefsten Sparzinsen. Ein 15-minütiger Vergleich kann über Ihre Karriere Zehntausende sparen.

Sparkonto wählen statt zu investieren

Unter 45 mit langem Anlagehorizont? Ein 3a-Sparkonto mit 0.20% Zins verschenkt echtes Geld. Über 30 Jahre beträgt der Unterschied zwischen 0.20% Sparkonto und 5% Anlagerendite bei maximaler Jahreseinzahlung über CHF 150'000.

Nur ein einziges Konto eröffnen

In der Schweiz können Sie 3a-Beiträge auf mehrere Konten verteilen (meistens bis 5). Bei der Pensionierung können Sie diese in verschiedenen Steuerjahren beziehen und so jeden Bezug in einer tieferen Steuerstufe halten. 3 bis 5 Konten über die Karriere eröffnen spart Tausende an Bezugssteuern.

Bis Dezember warten mit der Einzahlung

Ihr Geld kann nicht für Sie arbeiten, solange es auf dem Privatkonto liegt. Wer Anfang Jahr (Januar oder Februar) statt im Dezember einzahlt, gibt seinen Anlagen 11 zusätzliche Wachstumsmonate pro Jahr.

Meine Empfehlung

Nach der Analyse von 160 Säule-3a-Produkten von 98 Anbietern meine ehrliche Empfehlung: Unter 50? Eröffnen Sie ein anlagebasiertes 3a bei einem digitalen Anbieter. Finpension und VIAC bieten die tiefsten Gesamtkosten (rund 0.40%) mit maximaler Aktienquote. Für Sparkonten schlagen kleine Banken wie die Caisse d'Epargne d'Aubonne (1.25%) die Grossbanken deutlich. Was auch immer Sie tun: Nehmen Sie nicht einfach Ihre Hausbank. Die 10 Minuten Vergleich sind die beste finanzielle Entscheidung des Jahres. Unsicher? Vergleichen Sie alle Anbieter oder nutzen Sie unser Match-Tool.

Adrien Missioux
Adrien MissiouxGründer, GetRates

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Eröffnung eines Säule-3a-Kontos?

Bei digitalen Anbietern wie Finpension, VIAC oder frankly dauert der gesamte Prozess 5 bis 15 Minuten. Sie benötigen Ihren Ausweis und die AHV-Nummer. Traditionelle Banken erfordern in der Regel einen Filialbesuch von 30 bis 60 Minuten. Ihr Konto ist üblicherweise innerhalb von 1 bis 3 Werktagen aktiv.

Können Expats ein Säule-3a-Konto in der Schweiz eröffnen?

Ja. Jede Person mit AHV-pflichtigem Erwerbseinkommen in der Schweiz kann ein 3a-Konto eröffnen, unabhängig von Nationalität oder Aufenthaltsstatus. Inhaber von B-, C- und sogar G-Ausweisen (Grenzgänger) sind berechtigt. Es gibt keine Mindestaufenthaltsdauer.

Wie hoch ist der maximale 3a-Beitrag 2026?

CHF 7'258 für Angestellte mit Pensionskasse. CHF 36'288 (oder 20% des Nettoeinkommens, je nachdem was tiefer ist) für Selbständige ohne Pensionskasse. Diese Grenzen werden vom Bundesrat festgelegt und steigen in der Regel jährlich leicht.

Soll ich ein 3a-Sparkonto oder einen Anlagefonds wählen?

Bei mehr als 10 Jahren bis zur Pensionierung liefern Anlagefonds historisch deutlich höhere Renditen, trotz kurzfristiger Schwankungen. Das beste Sparkonto zahlt 1.25%, während Anlagefonds langfristig durchschnittlich 4% bis 7% erzielen. Wählen Sie das Sparkonto nur, wenn Sie 5 bis 10 Jahre vor der Pensionierung stehen oder keinerlei Schwankung ertragen können.

Kann ich mehrere 3a-Konten haben?

Ja, und das sollten Sie auch. Die meisten Anbieter erlauben bis zu 5 Konten. Die Verteilung auf mehrere Konten ermöglicht gestaffelte Bezüge bei der Pensionierung, wobei jeder Bezug in einer tieferen Steuerstufe bleibt. Diese Strategie allein kann Tausende an Steuern sparen.

Was passiert mit meinem 3a bei einem Wegzug aus der Schweiz?

Sie können Ihr 3a vorzeitig beziehen, wenn Sie die Schweiz dauerhaft verlassen. Eine Quellensteuer von ca. 5% bis 10% fällt an (je nach Kanton, in dem Ihre 3a-Stiftung domiziliert ist). Je nach Doppelbesteuerungsabkommen Ihres Ziellandes können Sie diese Steuer teilweise oder vollständig zurückfordern.

Über den Autor

Adrien Missioux

Adrien Missioux

Gründer & Hauptautor

Unternehmer, der ein SaaS von Grund auf zu mehreren Millionen Umsatz aufgebaut hat. Entwickelt GetRates.ch, um Transparenz in die Schweizer Finanzwelt zu bringen.

Über die Prüferin

Nadia Schmid

Nadia Schmid

Finanzanalystin & Prüferin

Finanzanalystin mit Expertise in Schweizer Bankprodukten. Prüft GetRates.ch-Inhalte auf Genauigkeit und Vollständigkeit, um sicherzustellen, dass Leser vertrauenswürdige Informationen erhalten.

Zuletzt aktualisiert am