Bankkonto wechseln Schweiz: So geht's (2026)

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kontowechsel und zur Kontoauflösung in der Schweiz. Saldierungsgebühren, Kündigungsfristen, Rückzugslimiten bei Sparkonten und die besten kostenlosen Alternativen.

Bankkonto wechseln Schweiz: So geht's (2026)
Adrien MissiouxNadia Schmid
Überprüft von Nadia Schmid
Zuletzt aktualisiert am |🇨🇭Swiss Made

Schweizer Haushalte zahlen im Schnitt CHF 100 bis CHF 300 pro Jahr an Bankgebühren, die sich komplett vermeiden liessen. Trotzdem wechseln die meisten nie ihre Bank, weil sie den Aufwand überschätzen. Der komplette Kontowechsel braucht etwa 2 Stunden effektive Arbeit, verteilt auf wenige Wochen. Hier erfahren Sie genau, wie es funktioniert.

Bankkonto wechseln Schweiz: Schritt für Schritt

Die Reihenfolge entscheidet. Zuerst das neue Konto eröffnen, dann beide Konten 4 bis 8 Wochen parallel laufen lassen, dann das alte kündigen. Wer zu früh kündigt, riskiert fehlgeschlagene Zahlungen und unnötige Kosten.

Neue Bank vergleichen und auswählen

Bevor Sie etwas unternehmen: Vergleichen Sie die Konditionen. Nutzen Sie unseren Bankkonto-Vergleich, um Gebühren, Debitkarten-Kosten und Leistungen zu vergleichen. Nicht sicher, welches Konto passt? Unser Konto-Finder hilft weiter. Die besten kostenlosen Optionen sind Yuh (komplett gratis), Neon (Konto gratis, Debitkarte CHF 20/Jahr) und Zak von Bank Cler (alles inklusive Budgettools gratis).

Neues Konto eröffnen

Bei den meisten Neobanken dauert die Kontoeröffnung 10 bis 15 Minuten per App. Traditionelle Banken bieten zunehmend auch Online-Eröffnungen an. Sie brauchen Ihre Schweizer ID oder Ihren Pass. Ausländische Einwohner benötigen zusätzlich die Aufenthaltsbewilligung. Noch nichts kündigen.

Zahlungsverkehr übertragen

Der Schritt, den die meisten unterschätzen. Sie müssen Daueraufträge, eBill-Verbindungen und LSV-Mandate auf die neue Bank umstellen. Loggen Sie sich bei der neuen Bank ins eBill-System ein und verwenden Sie dieselbe E-Mail-Adresse wie bisher. Ihre bestehenden eBill-Verbindungen werden automatisch übertragen.

Alle Zahlungspartner informieren

Teilen Sie Ihrem Arbeitgeber die neue IBAN für die Lohnzahlung mit. Aktualisieren Sie Ihre Bankdaten bei der Steuerbehörde, Krankenkasse, Vermieter, AHV-Ausgleichskasse und allen anderen Stellen, die Ihnen Geld überweisen oder abbuchen.

Beide Konten 4 bis 8 Wochen parallel betreiben

Lassen Sie das alte Konto offen und mit etwas Guthaben. Beobachten Sie es wöchentlich auf eingehende oder ausgehende Zahlungen, die Sie übersehen haben. Dieser Parallelbetrieb ist Ihr Sicherheitsnetz.

Altes Konto kündigen

Sobald Sie sicher sind, dass nichts mehr über das alte Konto läuft, schicken Sie ein unterschriebenes Kündigungsschreiben (per Post oder E-Banking). Lassen Sie das Restguthaben auf Ihr neues Konto überweisen. Die meisten Banken erledigen die Saldierung innert weniger Arbeitstage. Einige wenige verlangen eine Saldierungsgebühr (typisch CHF 10 bis CHF 20), die grosse Mehrheit schliesst das Konto kostenlos.

UBS Konto kündigen: So funktioniert es

UBS akzeptiert die Kündigung schriftlich, telefonisch oder über den UBS Bankwechsel-Service. Für die Schliessung Ihres UBS Personal Account gibt es keine Kündigungsfrist. Die Kontosaldierung ist bei UBS kostenlos.

So gehen Sie vor:

  • Melden Sie sich im UBS E-Banking oder der UBS Key4 App an
  • Schreiben Sie ein Kündigungsschreiben mit Ihrem Namen, Kontonummer und neuer IBAN
  • Senden Sie es per E-Banking-Nachricht, Brief oder rufen Sie die UBS-Hotline an
  • UBS überweist das Restguthaben auf Ihr neues Konto und schliesst das Konto

Wichtig bei UBS-Sparkonten: UBS-Sparkonten haben Rückzugslimiten. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen in Ihren Kontodetails im E-Banking. Übersteigt Ihr Rückzug die jährliche Freigrenze, fallen Strafzinsen an. Planen Sie bei grösseren Beträgen einen gestaffelten Rückzug über mehrere Quartale.

Kreditkarte separat kündigen: Falls Sie eine UBS-Kreditkarte besitzen, müssen Sie diese unabhängig vom Konto kündigen. Kreditkarten von Swisscard oder Cembra sind nicht an UBS gebunden und können weiterbestehen.

Wie kündige ich mein Bankkonto in der Schweiz?

Die Kündigung erfordert ein unterschriebenes Schreiben. Die meisten Schweizer Banken akzeptieren einen einfachen Brief oder eine E-Banking-Nachricht. Für Privatkonten gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Kündigungsfrist. Sie können also jederzeit kündigen.

Ihr Kündigungsschreiben sollte enthalten:

  • Vollständiger Name und Adresse
  • Kontonummer(n) und IBAN
  • Klare Aussage, dass Sie das Konto und alle zugehörigen Dienstleistungen auflösen möchten
  • IBAN der neuen Bank für die Überweisung des Restguthabens
  • Unterschrift und Datum

Was kostet die Kontoauflösung in der Schweiz?

Die meisten Schweizer Banken lösen Konten gratis auf. Unsere Datenbank mit 76 Bankkonten zeigt: Die grosse Mehrheit verlangt CHF 0 Saldierungsgebühren.

Ausnahmen sind die Basler Kantonalbank (BKB) mit CHF 20, die Zuger Kantonalbank mit CHF 20, die Jurassische Kantonalbank (BCJ) mit CHF 12 und die Schwyzer Kantonalbank (SZKB) mit CHF 10. Alle anderen Banken in unserem Vergleich verlangen keine Gebühr.

Das grössere Kostenrisiko sind nicht die Saldierungsgebühren. Es sind die Strafzinsen bei Sparkonten-Rückzügen und verpasste Zahlungen während der Übergangsphase.

Wie lange dauert ein Kontowechsel in der Schweiz?

Rechnen Sie mit 4 bis 8 Wochen. Hier ein realistischer Zeitplan:

  • Woche 1: Neues Konto eröffnen, Debitkarte erhalten (3 bis 7 Tage; virtuelle Karten sofort bei Neobanken)
  • Woche 1 bis 2: eBill, Daueraufträge und LSV-Mandate übertragen
  • Woche 2 bis 3: Arbeitgeber, Steuerbehörde, Krankenkasse, Vermieter informieren
  • Woche 3 bis 8: Parallelbetrieb, wöchentliche Kontrolle des alten Kontos
  • Woche 6 bis 8: Altes Konto schliessen, sobald alles umgestellt ist

Banken mit Wechselservice in der Schweiz

Mehrere Schweizer Banken bieten einen kostenlosen Wechselservice an. Sie erstellen Kündigungsschreiben, helfen beim Transfer der Zahlungsinfrastruktur und begleiten Sie durch die Umstellung.

UBS
Komplett-Service
UBS

Der UBS-Bankwechsel-Service übernimmt alle administrativen Aufgaben. UBS erstellt die Kündigungsschreiben und koordiniert den Transfer mit Ihrer alten Bank.

Raiffeisen
Persönliche Beratung
Raiffeisen

Raiffeisen bietet filialbasierten Wechselsupport. Ein Berater begleitet Sie durch den Prozess und erledigt den Papierkram.

Bank Cler / Zak
Checkliste + Vorlagen
Bank Cler / Zak

Bank Cler stellt eine Wechsel-Checkliste und Briefvorlagen bereit. Zak-Nutzer erhalten den gleichen Support über die App.

Wohin wechseln? Die besten Bankkonten 2026

Die richtige neue Bank hängt davon ab, was Sie an der aktuellen stört. Hier die häufigsten Wechselgründe und die besten Alternativen.

Gebühren sparen
Kostenlose Konten

Wenn hohe Gebühren der Grund sind: Wechseln Sie zu einer kostenlosen Neobank. Yuh, Neon und Zak bieten CHF 0 Kontoführung und CHF 0 (oder fast CHF 0) Debitkarten-Gebühren. Migros Bank ist die beste kostenlose Option mit Filialnetz. Alle Details finden Sie in unserem Bankkonto-Vergleich.

Bessere App
Digitale Erfahrung

Wenn schlechtes E-Banking nervt: Neon und Yuh haben die besten Mobile Apps der Schweiz. Wer eine traditionelle Bank mit starken digitalen Tools will, ist mit UBS key4 oder Zak von Bank Cler gut bedient.

Bessere Zinsen
Sparkonto optimieren

Wenn Sie mehr Zinsen wollen: Vergleichen Sie Sparkonten separat vom Privatkonto. Nichts zwingt Sie, beides bei derselben Bank zu haben. Oft lohnt sich die Kombination aus einem kostenlosen Privatkonto bei einer Neobank und einem Sparkonto bei einer Bank mit besseren Zinsen.

Empfehlung vom Experten

Ich habe in der Schweiz zweimal die Bank gewechselt und beide Male gewünscht, ich hätte es früher getan. Die mentale Hürde ist viel grösser als der tatsächliche Aufwand.

Mein ehrlicher Rat: Nicht zu lange überlegen. Eröffnen Sie heute ein kostenloses Konto bei Yuh oder Neon. Das dauert 10 Minuten und kostet nichts. Dann übertragen Sie in Ruhe alles über die nächsten Wochen. Der Parallelbetrieb beider Konten eliminiert jedes Risiko.

Falls Sie von UBS, PostFinance oder einer Kantonalbank wegen der Gebühren wegwollen, sparen Sie mit einer kostenlosen Neobank CHF 100 bis CHF 200 pro Jahr. Das ist echtes Geld für 2 Stunden Aufwand. Und wenn Sie Filialzugang oder bestimmte Dienstleistungen vermissen, behalten Sie einfach das alte Konto als Zweitkonto.

Die grösste Überraschung für mich: Die eBill-Übertragung funktioniert inzwischen reibungslos. Gleiche E-Mail bei der neuen Bank eingeben und alle Rechnungssteller folgen automatisch. Das allein nimmt 80% des Aufwands weg.

Adrien Missioux
Adrien MissiouxGründer, GetRates

Häufige Fehler beim Kontowechsel

Das alte Konto zu früh schliessen

Der häufigste Fehler. Wenn Sie das alte Konto schliessen, bevor alle Daueraufträge und LSV-Mandate umgestellt sind, werden Zahlungen abgelehnt. Lassen Sie das alte Konto mindestens 4 bis 6 Wochen nach dem Umzug offen. Prüfen Sie es wöchentlich auf verirrte Transaktionen.

Rückzugslimiten bei Sparkonten ignorieren

Sparkonten haben Freigrenzen für Rückzüge. Wer alles auf einmal abhebt, zahlt Strafzinsen von 0,5% bis 2% auf den übersteigenden Betrag. Prüfen Sie die Bedingungen Ihrer Bank und planen Sie grössere Rückzüge über mehrere Perioden.

Nicht überall die neue IBAN hinterlegen

Es ist leicht, eine oder zwei Stellen zu vergessen. Steuerrückerstattungen, Lohnzahlungen, Versicherungs-Rückvergütungen und Abo-Dienste brauchen alle die neue IBAN. Erstellen Sie eine vollständige Liste, bevor Sie mit dem Wechsel beginnen.

Annehmen, dass Kreditkarten automatisch mitkommen

Kreditkarten Ihrer alten Bank müssen separat gekündigt werden. Prüfen Sie, ob Ihre Kreditkarte unabhängig vom Bankkonto weiterbestehen kann. Viele Schweizer Kreditkarten (insbesondere von Swisscard oder Cembra) sind nicht an eine bestimmte Bank gebunden.

Den Wechselservice der Banken ignorieren

UBS, Raiffeisen, Bank Cler und die meisten Kantonalbanken bieten kostenlose Wechselhilfe an. Sie erstellen Ihre Kündigungsschreiben und koordinieren den Transfer. Nutzen Sie diesen Service, wenn Sie zu einer dieser Banken wechseln.

Häufig gestellte Fragen

Wie kündige ich mein Bankkonto in der Schweiz?

Schicken Sie ein unterschriebenes Kündigungsschreiben an Ihre Bank. Geben Sie Ihren Namen, Kontonummer, IBAN und die IBAN Ihrer neuen Bank für die Restguthaben-Überweisung an. Für Privatkonten gibt es keine gesetzliche Kündigungsfrist. Die meisten Banken erledigen die Schliessung innert weniger Arbeitstage und verlangen keine Gebühr.

Was kostet die Kontoauflösung in der Schweiz?

In der Regel nichts. Die grosse Mehrheit der Schweizer Banken schliesst Konten kostenlos. Wenige Kantonalbanken verlangen CHF 10 bis CHF 20 Saldierungsgebühren (z.B. BKB und Zuger KB je CHF 20). Das grössere Kostenrisiko sind Strafzinsen bei der Auflösung von Sparkonten.

Wie lange dauert ein Kontowechsel in der Schweiz?

Planen Sie 4 bis 8 Wochen ein. Die Kontoeröffnung dauert Minuten. Die Übertragung von Zahlungen, eBill und Daueraufträgen braucht 1 bis 2 Wochen. Der Parallelbetrieb sollte mindestens 4 Wochen dauern. Die eigentliche Kontoauflösung erfolgt innert weniger Arbeitstage.

Kann ich UBS kündigen und zu einer Neobank wechseln?

Ja, problemlos. Eröffnen Sie das neue Konto bei Yuh, Neon oder Zak, übertragen Sie alles und kündigen Sie dann bei UBS. UBS erhebt keine Saldierungsgebühren für das Personal Account. Achten Sie aber auf die Rückzugslimiten bei UBS-Sparkonten und kündigen Sie Ihre UBS-Kreditkarte separat.

Was passiert mit meinem eBill beim Bankwechsel?

eBill wird automatisch übertragen. Wenn Sie bei der neuen Bank eBill mit derselben E-Mail-Adresse aktivieren, werden Ihre bestehenden Rechnungssteller-Verbindungen automatisch mitgenommen. Das ist eine der grössten Verbesserungen im Schweizer Zahlungsverkehr der letzten Jahre.

Über den Autor

Adrien Missioux

Adrien Missioux

Gründer & Hauptautor

Unternehmer, der ein SaaS von Grund auf zu mehreren Millionen Umsatz aufgebaut hat. Entwickelt GetRates.ch, um Transparenz in die Schweizer Finanzwelt zu bringen.

Über die Prüferin

Nadia Schmid

Nadia Schmid

Finanzanalystin & Prüferin

Finanzanalystin mit Expertise in Schweizer Bankprodukten. Prüft GetRates.ch-Inhalte auf Genauigkeit und Vollständigkeit, um sicherzustellen, dass Leser vertrauenswürdige Informationen erhalten.

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