Nachhaltiges Investieren ist das am schnellsten wachsende Segment der Schweizer Säule 3a. Praktisch jeder Anbieter hat mittlerweile eine "grüne" oder "ESG" Strategie im Angebot. Das Problem? Das Label "nachhaltig" bedeutet je nach Anbieter völlig Verschiedenes, und die Gebührenunterschiede sind enorm.
Was sind nachhaltige Säule 3a Fonds?
Nachhaltige 3a Fonds sind Anlageprodukte der Säule 3a, die bei der Aktien- und Obligationenauswahl Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) anwenden. Anstatt in jedes Unternehmen eines Index zu investieren, schliessen diese Fonds Unternehmen aus oder gewichten sie tiefer, die bestimmte Nachhaltigkeitsstandards nicht erfüllen.
ESG steht für drei Bewertungssäulen:
- Environmental (Umwelt): CO2-Emissionen, Verschmutzung, erneuerbare Energien, Abfallmanagement
- Social (Soziales): Arbeitspraktiken, Diversität, Menschenrechte, gesellschaftliches Engagement
- Governance (Unternehmensführung): Unabhängigkeit des Verwaltungsrats, Vergütungspolitik, Anti-Korruption, Aktionärsrechte
Im Schweizer 3a-Kontext funktionieren nachhaltige Fonds typischerweise auf drei Arten. Am häufigsten ist die ESG-Integration, bei der Fondsmanager ESG-Scores in den bestehenden Anlageprozess einbeziehen. Dann gibt es die Ausschlussstrategie, bei der bestimmte Branchen (Waffen, Tabak, fossile Brennstoffe) komplett ausgeschlossen werden. Der dritte Ansatz ist Impact Investing, bei dem Kapital gezielt in Unternehmen fliesst, die messbare positive Veränderungen bewirken.
Was zählt: Alle drei Ansätze zielen weiterhin auf wettbewerbsfähige Renditen ab. Nachhaltig in der Säule 3a zu investieren bedeutet nicht, auf Rendite zu verzichten. Es bedeutet, selektiver zu entscheiden, wohin Ihr Vorsorgekapital fliesst. Alle 3a-Fonds, nachhaltige wie konventionelle, unterstehen der Aufsicht der FINMA und den BVV2-Anlagevorschriften.
Welche Schweizer Anbieter bieten nachhaltige 3a Fonds an?
Die gute Nachricht: Sie haben reichlich Auswahl. Die schlechte Nachricht: Qualität und Kosten variieren dramatisch. Hier die Übersicht nach Anbietertyp.
Digitale Anbieter
Das sind Ihre besten Optionen, wenn Sie Nachhaltigkeit ohne Aufpreis wollen.
Finpension Nachhaltig bietet nachhaltige Strategien von 0% bis 99% Aktienanteil mit passiven ESG-Indexfonds von UBS und Swisscanto. Die All-in-Gebühren betragen nur 0.39-0.42% pro Jahr. Finpensions nachhaltige Strategien nutzen dieselbe günstige Fondsstruktur wie die Standardstrategien. Sie zahlen also keinen "Grünen Aufschlag."
VIAC Global Nachhaltig bietet nachhaltige Strategien von 5% bis 99% Aktienanteil für 0.42-0.43% All-in-Gebühren. VIAC setzt auf ESG-gefilterte Indexfonds. Die Performance ist vergleichbar mit den Standard-Global-Strategien.
frankly Responsible ist die digitale 3a-Plattform der Zürcher Kantonalbank. Sie bietet "Responsible"-Varianten auf jeder Risikostufe (15% bis 95% Aktien) für eine Pauschalgebühr von 0.44%. frankly setzt auf aktiv verwaltete Swisscanto Responsible Fonds.
Fazit: Für die meisten Personen ist einer dieser drei Anbieter die richtige Wahl. Sie erhalten echtes ESG-Screening zu Gebühren, die mit nicht-nachhaltigen Optionen vergleichbar sind.
Spezialisierte Anbieter
Diese Anbieter machen Nachhaltigkeit zu ihrem zentralen Versprechen, aber Sie zahlen mehr dafür.
Inyova geht einen komplett anderen Weg. Statt ESG-gefilterte Indexfonds zu kaufen, praktiziert Inyova Impact Investing mit direktem Aktienbesitz. Sie besitzen Einzelaktien von Unternehmen, die nach ihrem Nachhaltigkeits-Impact ausgewählt werden, und Inyova übt die Stimmrechte in Ihrem Namen aus. Die Gebühren liegen bei rund 0.8-1.2% pro Jahr, deutlich höher als bei digitalen Anbietern.
Liberty Green (LibertyGreen.ch) bietet eine "grüne Säule 3a" mit einem Portfolio aus Einzelunternehmen, die ökologischen, sozialen und ethischen Standards entsprechen. Sie rangieren auf Google für "nachhaltige Säule 3a Fonds" ganz oben.
Der Trade-off: Höhere Gebühren und weniger Diversifikation, dafür direkterer Impact. Wenn Sie glauben, dass Aktionärsaktivismus Unternehmensverhalten tatsächlich verändert, passen diese Anbieter zu dieser Philosophie.
Traditionelle Banken
Traditionelle Banken bieten nachhaltige Fonds an, aber die Gebühren sind deutlich höher.
UBS Vitainvest Sustainable Fonds gibt es mit 25%, 50%, 75% und 100% Aktienanteil. Sie sind aktiv verwaltet und kosten rund 1.0-1.3% pro Jahr. Die 1-Jahres-Rendite von UBS Vitainvest World 100 Sustainable lag bei 9.14%, durchaus konkurrenzfähig.
PostFinance PF Pension ESG Fonds reichen von 25% bis 100% Aktien mit TERs zwischen 1.13% und 1.26%. Sie sind aktiv verwaltet.
BKB/Bank Cler Nachhaltig Fonds reichen von konservativ (32% Aktien) bis aggressiv (97% Aktien) mit TERs von rund 1.22-1.27%. Das gehört zu den teuersten nachhaltigen 3a-Optionen auf dem Markt.
Die Realität: Sie zahlen 2-3x mehr Gebühren als bei digitalen Anbietern, und es gibt keine Belege, dass die Mehrkosten zu besseren Nachhaltigkeits-Ergebnissen oder besseren Renditen führen.
Das sind Ihre besten Optionen, wenn Sie Nachhaltigkeit ohne Aufpreis wollen.
Finpension Nachhaltig bietet nachhaltige Strategien von 0% bis 99% Aktienanteil mit passiven ESG-Indexfonds von UBS und Swisscanto. Die All-in-Gebühren betragen nur 0.39-0.42% pro Jahr. Finpensions nachhaltige Strategien nutzen dieselbe günstige Fondsstruktur wie die Standardstrategien. Sie zahlen also keinen "Grünen Aufschlag."
VIAC Global Nachhaltig bietet nachhaltige Strategien von 5% bis 99% Aktienanteil für 0.42-0.43% All-in-Gebühren. VIAC setzt auf ESG-gefilterte Indexfonds. Die Performance ist vergleichbar mit den Standard-Global-Strategien.
frankly Responsible ist die digitale 3a-Plattform der Zürcher Kantonalbank. Sie bietet "Responsible"-Varianten auf jeder Risikostufe (15% bis 95% Aktien) für eine Pauschalgebühr von 0.44%. frankly setzt auf aktiv verwaltete Swisscanto Responsible Fonds.
Fazit: Für die meisten Personen ist einer dieser drei Anbieter die richtige Wahl. Sie erhalten echtes ESG-Screening zu Gebühren, die mit nicht-nachhaltigen Optionen vergleichbar sind.
Diese Anbieter machen Nachhaltigkeit zu ihrem zentralen Versprechen, aber Sie zahlen mehr dafür.
Inyova geht einen komplett anderen Weg. Statt ESG-gefilterte Indexfonds zu kaufen, praktiziert Inyova Impact Investing mit direktem Aktienbesitz. Sie besitzen Einzelaktien von Unternehmen, die nach ihrem Nachhaltigkeits-Impact ausgewählt werden, und Inyova übt die Stimmrechte in Ihrem Namen aus. Die Gebühren liegen bei rund 0.8-1.2% pro Jahr, deutlich höher als bei digitalen Anbietern.
Liberty Green (LibertyGreen.ch) bietet eine "grüne Säule 3a" mit einem Portfolio aus Einzelunternehmen, die ökologischen, sozialen und ethischen Standards entsprechen. Sie rangieren auf Google für "nachhaltige Säule 3a Fonds" ganz oben.
Der Trade-off: Höhere Gebühren und weniger Diversifikation, dafür direkterer Impact. Wenn Sie glauben, dass Aktionärsaktivismus Unternehmensverhalten tatsächlich verändert, passen diese Anbieter zu dieser Philosophie.
Traditionelle Banken bieten nachhaltige Fonds an, aber die Gebühren sind deutlich höher.
UBS Vitainvest Sustainable Fonds gibt es mit 25%, 50%, 75% und 100% Aktienanteil. Sie sind aktiv verwaltet und kosten rund 1.0-1.3% pro Jahr. Die 1-Jahres-Rendite von UBS Vitainvest World 100 Sustainable lag bei 9.14%, durchaus konkurrenzfähig.
PostFinance PF Pension ESG Fonds reichen von 25% bis 100% Aktien mit TERs zwischen 1.13% und 1.26%. Sie sind aktiv verwaltet.
BKB/Bank Cler Nachhaltig Fonds reichen von konservativ (32% Aktien) bis aggressiv (97% Aktien) mit TERs von rund 1.22-1.27%. Das gehört zu den teuersten nachhaltigen 3a-Optionen auf dem Markt.
Die Realität: Sie zahlen 2-3x mehr Gebühren als bei digitalen Anbietern, und es gibt keine Belege, dass die Mehrkosten zu besseren Nachhaltigkeits-Ergebnissen oder besseren Renditen führen.
Wie vergleichen sich die Gebühren nachhaltiger 3a Fonds?
Gebühren sind der einzige vollständig kontrollierbare Faktor für Ihre langfristigen Renditen. So schneiden die wichtigsten nachhaltigen 3a-Optionen bei hohem Aktienanteil (75-100%) ab:

All-in: 0.39-0.42%/Jahr
99% Aktien, passive ESG-Indexfonds. Keine Währungsumrechnungsgebühren. Die günstigste nachhaltige 3a-Option.
All-in: 0.42-0.43%/Jahr
99% Aktien, passive ESG-Indexfonds. Leichte Währungsmarge. Starkes Markenvertrauen.
All-in: 0.44%/Jahr
95% Aktien, aktiv verwaltete Swisscanto Responsible Fonds. Getragen von der Zürcher Kantonalbank.
Vergleichen Sie das mit traditionellen Banken: PostFinance ESG 100 bei 1.26%, BKB Nachhaltig Aktien bei 1.26%, oder UBS Vitainvest Sustainable bei rund 1.0%. Über 30 Jahre mit maximalen 3a-Einzahlungen (CHF 7'258/Jahr) summiert sich ein Gebührenunterschied von 0.8% jährlich zu rund CHF 30'000-40'000 weniger auf Ihrem Vorsorgekonto.
Das sind die realen Kosten, wenn Sie einen "nachhaltigen" Fonds Ihrer Hausbank wählen statt eines digitalen Anbieters. Für eine detaillierte Analyse aller 3a-Fondskosten lesen Sie unseren umfassenden Gebührenvergleich.
Performen nachhaltige 3a Fonds schlechter als Standard-Fonds?
Das ist die Frage, die alle stellen, und die Antwort ist differenzierter, als die Marketing-Materialien suggerieren.
Aktuelle Daten der drei grossen digitalen Anbieter zeigen, dass nachhaltige Strategien praktisch identisch zu ihren nicht-nachhaltigen Pendants performen:
- Finpension Nachhaltig 100 erzielte 9.22% in 2023 vs. 9.23% für Global 100
- VIAC Global Nachhaltig 100 erzielte 9.15% vs. 8.50% für Global 100 (nachhaltig hat sogar übertroffen)
- VIAC Global Nachhaltig 80 erzielte 8.40% vs. 7.65% für Global 80
Über 5 Jahre sind die Unterschiede ähnlich vernachlässigbar. Finpension Nachhaltig 100 lieferte 7.89% annualisiert vs. 7.93% für die Standard Global 100 Strategie. Wir sprechen von wenigen Basispunkten Unterschied, das ist statistisches Rauschen.
Warum die Performance so ähnlich ist: ESG-Screening bei Indexfonds entfernt typischerweise eine kleine Anzahl Unternehmen aus einem breiten Universum. Wenn Sie Fossilenergie-Unternehmen ausschliessen, aber alles andere behalten, sieht das Portfolio dem Standardindex sehr ähnlich.
Für vollständige historische Renditen aller Anbieter und Strategien sehen Sie unseren Rendite-Vergleich der 3a Fonds.
Was bedeutet "nachhaltig" tatsächlich in Ihrer Säule 3a?
Hier wird es unangenehm. Eine Studie des Bundesamts für Umwelt (BAFU) aus 2024 stellte fest, dass viele als nachhaltig vermarktete 3a-Fonds nur die finanzielle Wesentlichkeit berücksichtigen, nicht den tatsächlichen Umwelt- oder Sozial-Impact. Das heisst: Sie bewerten, wie der Klimawandel die Gewinne beeinflusst, nicht wie die Unternehmen das Klima beeinflussen.
Die Studie untersuchte Nachhaltigkeitsversprechen quer durch die Schweizer 3a-Anbieter und fand erhebliche Unterschiede darin, was "nachhaltig" in der Praxis wirklich bedeutet.
Drei Stufen des Nachhaltigkeits-Engagements, die Sie antreffen:
- ESG-Integration (am häufigsten): Der Fondsmanager berücksichtigt ESG-Faktoren neben der Finanzanalyse. Das ist die Mindestanforderung und verändert die Portfolio-Zusammensetzung oft kaum. Die meisten Fonds von UBS, PostFinance und Swisscanto fallen hierunter.
- Ausschluss + Best-in-Class: Der Fonds schliesst kontroverse Sektoren komplett aus (Waffen, Tabak, Kohle) und wählt dann die ESG-besten Unternehmen innerhalb jedes verbleibenden Sektors. Finpension, VIAC und frankly nutzen diesen Ansatz über ihre ESG-Indexfonds.
- Impact Investing: Kapital wird aktiv in Unternehmen gelenkt, die messbare positive Veränderungen bewirken, mit Engagement und Stimmrechtsausübung. Inyova ist der wichtigste Schweizer 3a-Anbieter mit diesem Ansatz.
Die ehrliche Wahrheit: Wenn Sie zwischen Finpension Nachhaltig und Finpension Global (Standard) wählen, ist der Nachhaltigkeitsunterschied real, aber moderat. Sie schliessen die schlimmsten Umweltsünder aus und gewichten bessere Unternehmen etwas höher. Wenn Sie wollen, dass Ihr Geld aktiv Veränderung bewirkt, brauchen Sie einen Spezialisten wie Inyova, und das kostet mehr.
So wählen Sie den richtigen nachhaltigen 3a Fonds
Ihre Wahl hängt davon ab, was Sie optimieren wollen. Seien Sie ehrlich mit sich selbst bezüglich Ihrer Prioritäten.
Optimieren Sie primär auf Rendite mit einem Nachhaltigkeits-Overlay? Oder sind Sie bereit, höhere Gebühren für tieferen Umwelt-Impact zu zahlen? Die meisten fallen in die erste Kategorie, auch wenn sie es nicht zugeben wollen. Das ist völlig in Ordnung. Ein günstiger ESG-Fonds von Finpension oder VIAC schliesst trotzdem die schlimmsten Verschmutzer und Waffenhersteller aus.
Bei gleichem Aktienanteil sind die Gebührenunterschiede zwischen Anbietern enorm. Finpension verlangt 0.39% für Nachhaltig. Ihre Hausbank vielleicht 1.2%+. Über 30 Jahre frisst diese Differenz CHF 30'000-40'000 Ihrer Vorsorge auf. Kein Mass an "Nachhaltigkeit" rechtfertigt es, so viel Geld in Gebühren zu verbrennen.
Ihr Verhältnis von Aktien zu Obligationen ist weit wichtiger als die Wahl zwischen "nachhaltig" oder "Standard." Ein nachhaltiger Fonds mit 95% Aktien wird über 20+ Jahre einen Standard-Fonds mit 45% Aktien massiv übertreffen. Strategie zuerst richtig einstellen, dann den Nachhaltigkeitsfilter anwenden.
Lassen Sie nicht das Perfekte zum Feind des Guten werden. Jeder nachhaltige Fonds bei einem günstigen digitalen Anbieter ist besser, als Ihr 3a-Kapital auf einem Sparkonto mit 0.5% Zins liegen zu lassen, während Sie recherchieren, welcher Fonds die reinste ESG-Methodik hat. Starten Sie jetzt, optimieren Sie später.
Häufige Fehler beim nachhaltigen 3a-Investieren
Manche Anleger glauben, dass der nachhaltige Fonds ihrer Bank die 0.8-1.0% Mehrgebühren pro Jahr wert ist, weil er "grüner" sei. Die Realität: Die ESG-Screening-Methodik bei UBS oder PostFinance ist nicht wesentlich strenger als das, was Finpension oder VIAC über dieselben zugrunde liegenden Indexfonds nutzen. Sie zahlen dreifache Gebühren für im Wesentlichen dasselbe Nachhaltigkeitsergebnis.
Ein nachhaltiger Fonds mit 25% Aktien wird dramatisch schlechter abschneiden als ein Standard-Fonds mit 95% Aktien. Wenn Sie 30 Jahre alt sind, ist Ihr Aktienanteil die wichtigste Entscheidung, nicht das ESG-Label. Wählen Sie zuerst das richtige Risikoprofil, dann wenden Sie den Nachhaltigkeitsfilter innerhalb dieser Allokation an.
Der Begriff ESG wurde durch Marketing verwässert. Wie das BAFU feststellte, berücksichtigen viele als "nachhaltig" bezeichnete Fonds nur, wie Umweltrisiken das Unternehmensergebnis beeinflussen, nicht wie das Unternehmen die Umwelt beeinflusst. Wenn Ihnen echte Nachhaltigkeit wichtig ist, schauen Sie über das Label hinaus auf die tatsächliche Methodik.
Der Bereich nachhaltiges Investieren entwickelt sich rasant, und neue Anbieter starten regelmässig. Aber ständiges Wechseln Ihres 3a-Anbieters hat reale Kosten: mögliche Austrittsgebühren, Zeit ausserhalb des Marktes während Transfers, und administrativen Aufwand. Wählen Sie einen soliden günstigen Anbieter, bleiben Sie dabei, und überprüfen Sie Ihre Wahl höchstens alle 2-3 Jahre.
Meine Empfehlung für nachhaltige 3a-Anlagen
Nachdem ich jede nachhaltige 3a-Option auf dem Schweizer Markt analysiert habe, ist meine Empfehlung einfach: Wählen Sie einen günstigen digitalen Anbieter mit nachhaltiger Strategie bei Ihrem Ziel-Aktienanteil.
Für die meisten Personen bedeutet das Finpension Nachhaltig oder VIAC Global Nachhaltig bei 80-99% Aktien. Die Gebühren sind nahezu identisch mit den Standardstrategien (0.39-0.43%), das ESG-Screening ist echt (nicht nur Marketing), und die Rendite liegt sehr nahe an den nicht-nachhaltigen Optionen.
Wenn Ihnen Impact Investing besonders wichtig ist und Sie bereit sind, mehr zu zahlen, ist Inyova die glaubwürdigste Option in der Schweiz. Dort findet echtes Aktionärsengagement statt. Aber seien Sie sich bewusst, dass Sie etwa 3x die Gebühren von Finpension zahlen für ein konzentriertes Portfolio mit mehr Volatilität.
Was ich nicht tun würde: 1.2% bei Ihrer Bank für einen "nachhaltigen" Fonds zahlen, der im Wesentlichen dieselben ESG-Kriterien nutzt wie eine 0.39%-Option von Finpension.

Häufig gestellte Fragen
Haben nachhaltige 3a Fonds tiefere Renditen als Standard-Fonds?
Nein. Daten der grossen Schweizer 3a-Anbieter zeigen, dass nachhaltige Strategien praktisch identisch zu ihren Standard-Pendants performen. Finpension Nachhaltig 100 erzielte zum Beispiel 7.89% annualisiert über 5 Jahre vs. 7.93% für die Standard Global 100. Der Unterschied ist vernachlässigbar und kann in jedem gegebenen Jahr in beide Richtungen gehen. ESG-Screening entfernt eine kleine Anzahl Unternehmen aus breiten Indizes, was minimalen Einfluss auf die Gesamtrendite hat.
Was ist der günstigste nachhaltige 3a Fonds in der Schweiz?
Finpension Nachhaltig-Strategien sind mit 0.39-0.42% All-in-Gebühren pro Jahr am günstigsten. VIAC Global Nachhaltig folgt knapp mit 0.42-0.43%. Beide nutzen passive ESG-Indexfonds. Im Vergleich dazu kosten nachhaltige Fonds traditioneller Banken wie UBS, PostFinance oder BKB typischerweise 1.0-1.3% pro Jahr, also rund dreimal so viel.
Ist Inyova eine gute Wahl für die nachhaltige Säule 3a?
Inyova ist die glaubwürdigste Impact-Investing-Option für die Schweizer Säule 3a. Sie nutzen direkten Aktienbesitz und üben Stimmrechte aus, was über Standard-ESG-Screening hinausgeht. Allerdings sind die Gebühren deutlich höher (rund 0.8-1.2%) und das Portfolio ist auf 30-40 Einzelaktien konzentriert, was mehr Volatilität bedeutet. Inyova eignet sich am besten für Anleger, die Impact über Kostenoptimierung stellen.
Was bedeutet ESG bei Säule 3a Fonds?
ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Diese drei Kategorien dienen zur Bewertung der Nachhaltigkeitspraktiken eines Unternehmens. In Schweizer 3a-Fonds werden ESG-Kriterien eingesetzt, um Anlagen zu filtern: Unternehmen ausschliessen, die bei Umwelteinfluss, Arbeitspraktiken oder Unternehmensführung schlecht abschneiden.
Kann ich meinen bestehenden 3a Fonds auf eine nachhaltige Option umstellen?
Ja. Die meisten digitalen Anbieter (Finpension, VIAC, frankly) erlauben den Wechsel zwischen Standard- und Nachhaltig-Strategien mit wenigen Klicks in der App, meist ohne Zusatzkosten. Wenn Sie von einer traditionellen Bank zu einem digitalen Anbieter wechseln, müssen Sie einen 3a-Transfer einleiten, der in der Regel 2-4 Wochen dauert. Es können Austrittsgebühren bei Ihrem aktuellen Anbieter anfallen, prüfen Sie das vor dem Transfer.


