Den richtigen Aktienanteil in der Säule 3a zu wählen, ist vermutlich die wichtigste Finanzentscheidung für Ihre Altersvorsorge. Richtig gemacht, bedeutet das Zehntausende Franken mehr im Alter. Falsch gemacht, verschenken Sie jedes Jahr Rendite, die Sie nie mehr aufholen können.
Wie hoch sollte der Aktienanteil in der Säule 3a sein?
Ihre Säule-3a-Anlagestrategie dreht sich um eine zentrale Frage: Wie viel Ihres Geldes fliesst in Aktien, und wie viel in Obligationen und Cash? Dieser Prozentsatz, Ihr Aktienanteil, bestimmt rund 90% Ihrer langfristigen Rendite. Alles andere (Anbieter, spezifische Fonds, Rebalancing) ist im Vergleich dazu Nebensache.
Das Schweizer Gesetz erlaubt in der Säule 3a grundsätzlich einen Aktienanteil von maximal 50 Prozent gemäss BVV2. Aber was viele nicht wissen: Anbieter wie Finpension und VIAC bieten Strategien mit bis zu 99% Aktien an, für Anleger mit entsprechender Risikotoleranz. Für jemanden, der 30 Jahre bis zur Pensionierung hat, ist der Unterschied zwischen 45% und 97% Aktien enorm.
Kurz gesagt: Ihr Anlagehorizont ist der wichtigste Faktor. Je mehr Jahre bis zur Pensionierung, desto mehr Aktien sollten Sie halten. Nicht weil Aktien "besser" sind, sondern weil die Zeit Crashs ausgleicht, die Aktien kurzfristig riskant erscheinen lassen.
Säule 3a Aktienanteil wählen nach Alter
Die klassische Faustregel "100 minus Lebensalter = Aktienanteil" ist ein guter Ausgangspunkt, aber für 3a-Geld zu konservativ. Denn dieses Geld können Sie über Jahrzehnte nicht beziehen.
Hier ein praxisnäherer Ansatz, basierend auf den Jahren bis zur Pensionierung:
25+ Jahre bis Pensionierung
Empfohlener Aktienanteil: 80-99%
Sie haben Jahrzehnte, um jeden Crash auszusitzen. Die Finanzkrise 2008? Komplett erholt in 5 Jahren. Der Corona-Crash 2020? Erholt in wenigen Monaten. Mit 25+ Jahren vor sich ist kurzfristige Volatilität nur Lärm.
In dieser Phase zählt jeder Prozentpunkt, weil er so lange Zinseszinsen erwirtschaftet. Der Unterschied zwischen 60% und 95% Aktien über 30 Jahre bei maximaler 3a-Einzahlung (CHF 7'258/Jahr) liegt bei rund CHF 80'000 bis CHF 120'000 im Endvermögen.
Meine Empfehlung: 95-99% Aktien, global diversifizierte passive Indexfonds. Einfach einrichten und laufen lassen.
15-25 Jahre
Empfohlener Aktienanteil: 60-80%
Immer noch genügend Spielraum. Ein grosser Crash 15 Jahre vor der Pensionierung gibt Ihnen einen vollen Marktzyklus zur Erholung. Hier machen die meisten den Fehler, zu früh zu konservativ zu werden.
Wenn Sie finanziell gut aufgestellt sind (stabiles Einkommen, Notgroschen, keine grossen Schulden), tendieren Sie zum oberen Ende. Bei variablem Einkommen oder Selbständigkeit eher zum unteren.
Meine Empfehlung: 70-80% Aktien. Weiterhin wachstumsorientiert, mit einem kleinen Obligationen-Puffer.
5-15 Jahre
Empfohlener Aktienanteil: 30-60%
Jetzt ist es sinnvoll, das Risiko schrittweise zu reduzieren. Ein 40%-Crash fünf Jahre vor der Pensionierung ohne Erholungszeit wäre problematisch. Aber auch hier nicht zu vorsichtig sein, denn auch im Ruhestand muss Ihr Geld noch 20-30 Jahre reichen.
Erwägen Sie, ab Alter 55 jedes Jahr 5-10% von Aktien in Obligationen umzuschichten. Die meisten digitalen 3a-Anbieter ermöglichen das mit wenigen Klicks.
Meine Empfehlung: Mit 60% Aktien bei Alter 50 starten, schrittweise auf 35-40% bei Alter 60 reduzieren. In den letzten 3-5 Jahren einen Teil auf ein 3a-Sparkonto verschieben.
Unter 5 Jahren
Empfohlener Aktienanteil: 0-30%
Kapitalerhalt hat nun Priorität. Ein grosser Crash kurz vor der Pensionierung kann Ihre Vorsorge ernsthaft treffen. Aber auch nicht alles in Cash anlegen, denn die Inflation frisst Ihre Kaufkraft.
Wenn Sie Ihr 3a auf mehrere Konten aufgeteilt haben (was Sie tun sollten), behalten Sie ein Konto mit höherem Aktienanteil und stellen die anderen auf Cash um. Beziehen Sie die sicheren Konten zuerst.
Meine Empfehlung: 20% Aktien auf einem Konto, der Rest auf Sparkonten. Die sichersten Konten beim gestaffelten Bezug zuerst auflösen.
Empfohlener Aktienanteil: 80-99%
Sie haben Jahrzehnte, um jeden Crash auszusitzen. Die Finanzkrise 2008? Komplett erholt in 5 Jahren. Der Corona-Crash 2020? Erholt in wenigen Monaten. Mit 25+ Jahren vor sich ist kurzfristige Volatilität nur Lärm.
In dieser Phase zählt jeder Prozentpunkt, weil er so lange Zinseszinsen erwirtschaftet. Der Unterschied zwischen 60% und 95% Aktien über 30 Jahre bei maximaler 3a-Einzahlung (CHF 7'258/Jahr) liegt bei rund CHF 80'000 bis CHF 120'000 im Endvermögen.
Meine Empfehlung: 95-99% Aktien, global diversifizierte passive Indexfonds. Einfach einrichten und laufen lassen.
Empfohlener Aktienanteil: 60-80%
Immer noch genügend Spielraum. Ein grosser Crash 15 Jahre vor der Pensionierung gibt Ihnen einen vollen Marktzyklus zur Erholung. Hier machen die meisten den Fehler, zu früh zu konservativ zu werden.
Wenn Sie finanziell gut aufgestellt sind (stabiles Einkommen, Notgroschen, keine grossen Schulden), tendieren Sie zum oberen Ende. Bei variablem Einkommen oder Selbständigkeit eher zum unteren.
Meine Empfehlung: 70-80% Aktien. Weiterhin wachstumsorientiert, mit einem kleinen Obligationen-Puffer.
Empfohlener Aktienanteil: 30-60%
Jetzt ist es sinnvoll, das Risiko schrittweise zu reduzieren. Ein 40%-Crash fünf Jahre vor der Pensionierung ohne Erholungszeit wäre problematisch. Aber auch hier nicht zu vorsichtig sein, denn auch im Ruhestand muss Ihr Geld noch 20-30 Jahre reichen.
Erwägen Sie, ab Alter 55 jedes Jahr 5-10% von Aktien in Obligationen umzuschichten. Die meisten digitalen 3a-Anbieter ermöglichen das mit wenigen Klicks.
Meine Empfehlung: Mit 60% Aktien bei Alter 50 starten, schrittweise auf 35-40% bei Alter 60 reduzieren. In den letzten 3-5 Jahren einen Teil auf ein 3a-Sparkonto verschieben.
Empfohlener Aktienanteil: 0-30%
Kapitalerhalt hat nun Priorität. Ein grosser Crash kurz vor der Pensionierung kann Ihre Vorsorge ernsthaft treffen. Aber auch nicht alles in Cash anlegen, denn die Inflation frisst Ihre Kaufkraft.
Wenn Sie Ihr 3a auf mehrere Konten aufgeteilt haben (was Sie tun sollten), behalten Sie ein Konto mit höherem Aktienanteil und stellen die anderen auf Cash um. Beziehen Sie die sicheren Konten zuerst.
Meine Empfehlung: 20% Aktien auf einem Konto, der Rest auf Sparkonten. Die sichersten Konten beim gestaffelten Bezug zuerst auflösen.
3a Risikoprofil richtig einschätzen
Das Alter ist nicht alles. Zwei 35-Jährige können völlig unterschiedliche Risikobereitschaft haben. Beantworten Sie ehrlich diese drei Fragen, bevor Sie eine Strategie wählen:
1. Wie lang ist Ihr tatsächlicher Anlagehorizont?
Nicht nur "Jahre bis 65", sondern: Wann brauchen Sie dieses Geld wirklich? Planen Sie einen Vorbezug für Wohneigentum (in der Schweiz erlaubt)? Dann könnte Ihr Horizont 5 statt 30 Jahre sein. Planen Sie, frühestmöglich mit 60 zu beziehen? Das verkürzt den Horizont ebenfalls.
2. Können Sie einen Einbruch von 30-40% emotional verkraften?
2022 fielen die globalen Aktienmärkte um rund 20%. 2008 waren es 50%. Wenn der Gedanke, dass Ihr Portfolio von CHF 100'000 auf CHF 60'000 sinkt, Sie zum Verkaufen bringen würde, brauchen Sie weniger Aktien. Seien Sie ehrlich mit sich selbst. Das Schlimmste ist, eine offensive Strategie zu wählen und dann beim Absturz auszusteigen.
3. Haben Sie andere finanzielle Sicherheitsnetze?
Stabile Anstellung, gute Pensionskasse, Ersparnisse ausserhalb der 3a, keine Schulden? Dann können Sie in der 3a mehr Risiko eingehen. Wenn die 3a Ihre Hauptaltersvorsorge ist und Sie selbständig mit variablem Einkommen sind, lieber vorsichtiger.
Anlagestrategie-Optionen der Schweizer 3a-Anbieter
Schweizer 3a-Anbieter bieten typischerweise vordefinierte Strategien von konservativ bis offensiv an:
0-25% Aktien. Hauptsächlich Obligationen und Cash. Minimale Schwankungen, aber Rendite knapp über Inflation. Nur für Personen kurz vor der Pensionierung.
25-50% Aktien. Der "sichere Standard", den die meisten Banken empfehlen. Akzeptabel für 10-15 Jahre Horizont. Zu konservativ für alle unter 45.
50-80% Aktien. Guter Mittelweg für 15-25 Jahre Horizont. Solide erwartete Rendite bei vertretbarer Volatilität.
80-99% Aktien. Höchste Langfrist-Rendite für 20+ Jahre Horizont. Die Mathematik spricht klar dafür, wenn Sie die Schwankungen aushalten.
Der gesetzliche Standard-Maximalanteil in der Schweiz liegt gemäss BVV2 bei 50% Aktien. Aber mehrere Anbieter haben die Bewilligung, höhere Anteile anzubieten: Finpension bis 99%, VIAC bis 97%, und frankly bis 95%.
Verwechseln Sie den gesetzlichen Standard nicht mit dem, was optimal ist. Die 50%-Grenze ist eine regulatorische Sicherheitsmassnahme, keine Anlageberatung. Für einen 30-Jährigen mit Jahrzehnten vor sich bedeutet 50% Aktien: Geld liegen lassen.
Warum die Strategie wichtiger ist als der Anbieter
Viele verbringen Stunden damit, Finpension, VIAC und frankly zu vergleichen, und ja, Gebühren spielen eine Rolle. Aber der Unterschied zwischen 40% und 95% Aktien mit 30 Jahren übertrumpft den Gebührenunterschied zwischen Anbietern um ein Vielfaches.
- Jährliche Einzahlung: CHF 7'258 (Maximum 2026)
- Annahmen: 5% Rendite bei hohem Aktienanteil, 3% bei ausgewogen, 1,5% bei konservativ
- 95% Aktien nach 30 Jahren: ~CHF 510'000
- 50% Aktien nach 30 Jahren: ~CHF 370'000
- 25% Aktien nach 30 Jahren: ~CHF 290'000
- Differenz offensiv vs. konservativ: ~CHF 220'000
Diese CHF 220'000 Differenz lassen den 0,2%-Gebührenunterschied zwischen Anbietern wie einen Rundungsfehler aussehen. Wählen Sie zuerst die richtige Strategie. Optimieren Sie den Anbieter als Zweites.
Häufige Fehler bei der 3a-Anlagestrategie
Banken empfehlen gerne ihre ausgewogene Strategie (45-50% Aktien) als Standard für alle. Das ist bequem für die Bank, weil es Beschwerden minimiert. Aber für alle unter 45 ist es eine schlechte Wahl. Sie opfern Jahrzehnte an Zinseszins-Wachstum für die "Sicherheit" geringerer kurzfristiger Schwankungen, die bei einem 20+-Jahres-Horizont irrelevant sind.
95% Aktien mit 25 ist klug. 95% Aktien mit 62 ist fahrlässig. Setzen Sie sich alle 5 Jahre eine Erinnerung, um Ihren Aktienanteil zu überprüfen. Die meisten Anbieter erlauben einen kostenlosen Strategiewechsel. Ein einfacher Gleitpfad von hohem zu niedrigem Aktienanteil braucht 5 Minuten.
Wer 2022 oder 2020 in Panik auf konservativ umgestellt hat, hat seine Verluste realisiert und die Erholung verpasst. Das ist schlimmer als von Anfang an konservativ zu sein. Wählen Sie eine Strategie, die Sie durch dick und dünn durchhalten. Wenn 95% Aktien Sie nervös machen, sind 70% besser als 95% gefolgt von einem Panikwechsel auf 20%.
Mit Zinsen von 0,5-1% und Inflation von 1-2% verlieren Sie mit einer reinen Sparstrategie jedes Jahr Kaufkraft. Es sei denn, Sie sind innerhalb von 5 Jahren vor der Pensionierung, sollte zumindest ein Teil Ihres 3a investiert sein. Sehen Sie unseren Sparkonto-oder-Fonds-Vergleich für die komplette Analyse.
Eine 95%-Aktienstrategie mit 1,2% TER kann schlechter abschneiden als eine 80%-Strategie mit 0,39% TER. Hohe Gebühren fressen Ihre Rendite unabhängig vom Aktienanteil. Kombinieren Sie die richtige Strategie immer mit einem günstigen Anbieter. Schauen Sie unseren Fonds-Rendite-Vergleich, um die besten Netto-Renditen zu sehen.
Meine Empfehlung
Ich investiere meine eigene 3a seit Jahren und mein Ansatz ist einfach: maximaler Aktienanteil beim günstigsten passiven Anbieter. In meinem Alter, mit 20+ Jahren bis zur Pensionierung, ist alles unter 90% Aktien verschenktes Geld.
Mein konkretes Setup: 97% globale Aktien, passive Indexfonds, 0,39% Gesamtkosten. Ich schaue während Crashs nicht auf den Kontostand. Ich versuche nicht, den Markt zu timen. Ich zahle jeden Januar den Maximalbetrag ein und vergesse es dann.
Mein Rat: Nutzen Sie unser 3a-Matching-Tool, um den passenden Anbieter zu finden, und wählen Sie dann den höchsten Aktienanteil, den Sie bei einem 30-40%-Crash wirklich aushalten. Wenn Sie unsicher sind, starten Sie mit 80% und erhöhen Sie, nachdem Sie einen Absturz durchgestanden haben, ohne in Panik zu geraten.

Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sollte der Aktienanteil in der Säule 3a sein?
Orientieren Sie sich an den Jahren bis zur Pensionierung. Bei 25+ Jahren sind 80-99% Aktien sinnvoll. Bei 15-25 Jahren 60-80%. Bei 5-15 Jahren balancieren 30-60% Wachstum und Sicherheit. Unter 5 Jahren steht Kapitalerhalt mit 0-30% Aktien im Vordergrund. Ihre persönliche Risikotoleranz spielt ebenfalls eine Rolle. Wählen Sie nie eine Strategie, die Sie bei einem Crash aufgeben würden.
Sind mehr als 50% Aktien in der Säule 3a erlaubt?
Ja. Die BVV2-Verordnung setzt den Standard-Maximalwert bei 50% Aktien, aber mehrere Anbieter bieten höhere Anteile für Anleger mit entsprechender Risikotoleranz an. Finpension ermöglicht bis zu 99%, VIAC bis 97% und frankly bis 95%. Diese höheren Aktienanteile sind legal und von der FINMA reguliert.
Was besagt die Regel '100 minus Lebensalter' für den Aktienanteil?
Die Faustregel "100 minus Lebensalter = Aktienanteil" ist ein brauchbarer Ausgangspunkt, aber für 3a-Geld zu konservativ. Da Sie 3a-Gelder frühestens mit 60 beziehen können, ist Ihr effektiver Anlagehorizont immer lang. Ein 30-Jähriger hätte nach dieser Regel 70% Aktien, was okay, aber vermutlich suboptimal ist. Die Evidenz spricht eher für 85-95% in diesem Alter.
Sollte ich meine 3a-Strategie im Laufe der Zeit anpassen?
Ja, reduzieren Sie den Aktienanteil schrittweise Richtung Pensionierung. Ein gängiger Ansatz: Starten Sie mit 90-99% Aktien in den 20ern-30ern, wechseln Sie in den 40ern-50ern zu 60-80%, und bewegen Sie sich in den späten 50ern Richtung 30-50%. Die meisten digitalen Anbieter erlauben einen kostenlosen Strategiewechsel. Setzen Sie sich alle 5 Jahre eine Erinnerung.
Was passiert bei einem Börsencrash kurz vor der Pensionierung?
Das ist das Hauptrisiko bei hohem Aktienanteil kurz vor der Pensionierung. Die Lösung ist zweistufig: Erstens, den Aktienanteil ab 10-15 Jahren vor der Pensionierung schrittweise reduzieren. Zweitens, Ihre 3a auf mehrere Konten aufteilen. Beziehen Sie die konservativen Konten zuerst, während sich die aktienstarken erholen. Diese Strategie kann Ihnen Tausende an Steuern und Markt-Timing-Risiko sparen.


