Sie bezahlen wahrscheinlich für Kreditkarten-Versicherungen, die Sie noch nie genutzt haben. Oder schlimmer: Sie verzichten auf Leistungen, die bereits in Ihrer Karte enthalten sind, weil niemand es Ihnen gesagt hat. Die meisten Schweizer Karteninhaber verschenken bares Geld bei Versicherungsleistungen.
Welche Versicherung bieten Schweizer Kreditkarten?
Schweizer Kreditkarten bündeln verschiedene Versicherungstypen, aber die Deckung variiert je nach Kartenstufe enorm. Eine Gratiskarte bietet vielleicht CHF 1'000 Kaufschutz. Eine Platinum-Karte kann CHF 1'500'000 an medizinischen Notfallkosten im Ausland abdecken. Der Unterschied ist gewaltig.
Was Sie zuerst wissen müssen: Die Versicherung hängt von der Kartenstufe ab, nicht vom Netzwerk. Visa und Mastercard bieten selbst keine Versicherung an. Ihr Herausgeber (Swisscard, UBS, Cembra, Viseca) arrangiert die Deckung. Zwei "Gold"-Karten von verschiedenen Anbietern können komplett unterschiedliche Versicherungspakete haben.
Die häufigsten Versicherungstypen bei Schweizer Kreditkarten fallen in drei Kategorien: Reiseversicherung (die wichtigste), Kaufschutz (nützlich, aber begrenzt) und Zusatzleistungen wie Mietwagenversicherung und Rechtsschutz.
Reiseversicherung: Die wertvollste Kreditkartenleistung
Die Reiseversicherung ist der Bereich, in dem die Kreditkartenversicherung wirklich interessant wird. Premium-Kreditkarten in der Schweiz bieten Deckungen, die separat CHF 200 bis CHF 400 pro Jahr kosten würden. Das sind echte Einsparungen.
Die wichtigsten Reiseversicherungsleistungen umfassen: Notfall-Heilungskosten im Ausland (bis CHF 1'500'000 bei Platinum-Karten), Annullationskostenversicherung (typisch CHF 5'000 bis CHF 20'000), Reiseunterbrechung, Flugverspätungsdeckung sowie Such- und Rettungskosten.
Der entscheidende Haken: Sie müssen Ihre gesamte Reise mit der Kreditkarte bezahlen. Flug mit einer Karte und Hotel mit einer anderen buchen? Die Versicherung deckt Sie möglicherweise gar nicht. Manche Herausgeber verlangen, dass 100% der Reisekosten mit der Karte bezahlt werden. Andere akzeptieren einen Mindestanteil (z.B. 60% bei Raiffeisen). Lesen Sie immer das Kleingedruckte.
Heilungskosten im Ausland
Dies ist die finanziell bedeutendste Versicherungsleistung. Die Schweizer Grundversicherung (KVG) deckt Notfälle in EU/EFTA-Ländern zum doppelten Schweizer Tarif, aber ausserhalb Europas, besonders in den USA, kann Ihre Deckung gefährlich unzureichend sein. Ein einziger Spitalaufenthalt in den USA kann leicht CHF 50'000 oder mehr kosten.
Premium-Kreditkarten füllen diese Lücke. UBS Platinum-Karten decken bis CHF 1'000'000 an Heilungskosten im Ausland. Swisscard Platinum geht noch höher. Gratiskarten wie die Certo! One Mastercard bieten bis CHF 100'000, was für ernsthafte medizinische Notfälle in den USA nicht ausreicht.
Wenn Sie mehr als einmal pro Jahr ausserhalb Europas reisen, kann diese Deckung allein die Jahresgebühr einer Premium-Karte rechtfertigen.
Mietwagen-Versicherung: Die unterschätzte Leistung
Wenn Sie im Ausland ein Auto mieten, wird der Vermieter Sie massiv drängen, seine Vollkaskoversicherung (CDW) zu kaufen. Das kostet typischerweise CHF 15 bis CHF 30 pro Tag. Über zwei Wochen Ferien sind das CHF 210 bis CHF 420, die Sie sparen könnten.
Viele Gold- und Platinum-Kreditkarten enthalten eine Mietwagen-Kollisionsversicherung, die den Selbstbehalt der obligatorischen CDW abdeckt. Sie können die überteuerte Versicherung des Vermieters ablehnen und sich auf die Deckung Ihrer Karte verlassen.
Welche Kreditkarte hat die beste Versicherung?
Das hängt ehrlich gesagt davon ab, was Sie tatsächlich brauchen. So sehen die verschiedenen Stufen aus.
Gratiskarten
Gratiskarten bieten die Basics. Die Certo! One Mastercard enthält Kaufschutz bis CHF 2'000 pro Ereignis, eine Bestpreisgarantie bis CHF 3'000 pro Jahr und Reiseversicherung bis CHF 100'000. Die Migros Cumulus Visa bietet ähnliche Deckung bei etwas tieferen Beträgen. Erwarten Sie keine Heilungskosten-Deckung oder Mietwagenversicherung auf dieser Stufe. Für seltene Reisen innerhalb Europas reicht das.
Gold-Karten
Gold-Karten sind der Sweet Spot für moderate Reisende. Sie erhalten sinnvolle Heilungskostendeckung im Ausland (typisch CHF 250'000 bis CHF 500'000), Annullationskostenversicherung, Kaufschutz und oft Mietwagen-CDW-Deckung. UBS Gold, Swisscard Gold und die Miles & More Gold liefern solide Pakete. Die Jahresgebühr von CHF 100 bis CHF 250 ist leicht gerechtfertigt, wenn die Reiseversicherung allein CHF 150 bis CHF 200 separat kosten würde.
Platinum-Karten
Platinum-Karten geben alles. Heilungskosten bis CHF 1'500'000, umfassende Reiseannullation, Flugverspätungsdeckung, Mietwagen-Volldeckung, Rechtsschutz und sogar Schlüsselverlust-Versicherung. American Express Platinum, Swisscard Platinum und UBS Platinum führen diese Stufe an. Lohnt sich nur, wenn Sie häufig reisen (4+ Reisen pro Jahr) und die Deckung tatsächlich nutzen.
Gratiskarten bieten die Basics. Die Certo! One Mastercard enthält Kaufschutz bis CHF 2'000 pro Ereignis, eine Bestpreisgarantie bis CHF 3'000 pro Jahr und Reiseversicherung bis CHF 100'000. Die Migros Cumulus Visa bietet ähnliche Deckung bei etwas tieferen Beträgen. Erwarten Sie keine Heilungskosten-Deckung oder Mietwagenversicherung auf dieser Stufe. Für seltene Reisen innerhalb Europas reicht das.
Gold-Karten sind der Sweet Spot für moderate Reisende. Sie erhalten sinnvolle Heilungskostendeckung im Ausland (typisch CHF 250'000 bis CHF 500'000), Annullationskostenversicherung, Kaufschutz und oft Mietwagen-CDW-Deckung. UBS Gold, Swisscard Gold und die Miles & More Gold liefern solide Pakete. Die Jahresgebühr von CHF 100 bis CHF 250 ist leicht gerechtfertigt, wenn die Reiseversicherung allein CHF 150 bis CHF 200 separat kosten würde.
Platinum-Karten geben alles. Heilungskosten bis CHF 1'500'000, umfassende Reiseannullation, Flugverspätungsdeckung, Mietwagen-Volldeckung, Rechtsschutz und sogar Schlüsselverlust-Versicherung. American Express Platinum, Swisscard Platinum und UBS Platinum führen diese Stufe an. Lohnt sich nur, wenn Sie häufig reisen (4+ Reisen pro Jahr) und die Deckung tatsächlich nutzen.
Kreditkartenversicherung vs. separate Reiseversicherung
Sollten Sie sich auf die Kreditkartenversicherung verlassen oder eine separate Police kaufen? Die Antwort hängt von drei Faktoren ab.
Reisehäufigkeit: Wenn Sie 3+ Mal pro Jahr reisen, ist eine Kreditkarte mit eingebauter Versicherung fast immer günstiger als separate Policen. Eine Jahres-Reiseversicherung kostet in der Schweiz CHF 150 bis CHF 400. Eine Gold-Kreditkarte für CHF 150 bis CHF 250 pro Jahr gibt Ihnen beides.
Reiseziel: Für Europa reichen Ihre Schweizer Krankenversicherung plus die Basisdeckung einer Gratiskarte meist aus. Für die USA, Südostasien oder andere Länder mit hohen Arztkosten brauchen Sie die höheren Limiten von Gold- oder Platinum-Karten.
Die Zahlungsbedingung: Die Kreditkartenversicherung deckt nur Reisen, die mit dieser Karte bezahlt wurden. Wenn Sie manchmal Flüge mit der Debitkarte buchen, um bei Fremdwährungsgebühren zu sparen, greift die Kreditkartenversicherung nicht. Das ist die grösste Falle.
Die Kreditkartenversicherung deckt nur Käufe, die mit dieser spezifischen Karte getätigt wurden. Flug mit Debitkarte und Hotel mit Kreditkarte buchen? Die Annullationskostenversicherung deckt den Fluganteil wahrscheinlich nicht. Bezahlen Sie immer die gesamte Reise mit der versicherten Karte.
Jeder Herausgeber hat andere Regeln. Manche verlangen eine Polizeimeldung innerhalb von 24 Stunden bei Diebstahl. Andere verlangen eine Vorabgenehmigung für medizinische Behandlungen. Kennen Sie den Prozess, bevor Sie ihn brauchen.
Wenn Ihre Kreditkarte Reiseannullation abdeckt, kaufen Sie keine Extra-Versicherung bei der Airline. Haben Sie eine Zusatzversicherung mit weltweiter Heilungskostendeckung? Dann ist der medizinische Schutz Ihrer Karte überflüssig. Prüfen Sie alle bestehenden Policen, bevor Sie eine Kartenstufe wählen.
Versicherung ist ein Faktor. Wenn Sie eine CHF 500/Jahr Platinum-Karte für die Versicherung nehmen, aber kaum reisen, zahlen Sie zu viel. Eine separate Jahres-Reiseversicherung für CHF 200 plus eine Gratiskarte spart CHF 300.
So melden Sie einen Versicherungsfall
Die meisten Schweizer Karteninhaber melden nie einen Schaden, weil sie gar nicht wissen, dass sie versichert sind. So funktioniert der Prozess.
Prüfen Sie vor der Reise, was Ihre Karte tatsächlich abdeckt. Loggen Sie sich ins Portal Ihres Herausgebers ein (Swisscard, UBS, Viseca) oder rufen Sie die Hotline an. Laden Sie die Versicherungsbedingungen herunter und speichern Sie sie auf dem Handy.
Bei einem Schadensfall brauchen Sie Quittungen, Polizeiberichte (bei Diebstahl), Arztberichte (bei Gesundheitsansprüchen) oder Airline-Bestätigungen bei Verspätungen. Beginnen Sie sofort mit der Dokumentation.
Ihr Kreditkartenherausgeber arbeitet mit einem Versicherer zusammen (oft Zurich, AXA oder ERV). Kontaktieren Sie diesen direkt über das Schadenportal oder die Hotline. Die meisten haben eine 30-Tage-Frist für die Meldung.
Sie brauchen Ihre Kreditkartenabrechnung, die den relevanten Kauf zeigt. Das ist der entscheidende Nachweis, dass Sie mit der versicherten Karte bezahlt haben.
Meine Empfehlung: Welche Versicherungsstrategie wirklich funktioniert
Nach Jahren des Vergleichens und Optimierens meiner eigenen Karten: Die meisten Leute kommen mit der Basisdeckung einer Gratiskarte plus ihrer Schweizer Krankenversicherung gut aus. Wenn Sie mehr als zweimal pro Jahr ausserhalb Europas reisen, lohnt sich ein Upgrade auf eine Gold-Karte allein wegen der Heilungskostendeckung. Platinum-Karten machen nur Sinn, wenn Sie häufig reisen, im Ausland Autos mieten und die Lounge-Zugang und Concierge-Services auch nutzen. Zahlen Sie nicht CHF 500+ pro Jahr für eine Versicherung, die Sie einmal in zehn Jahren beanspruchen. Den vollständigen Überblick finden Sie bei unseren besten Premium-Kreditkarten. Wenn Reisen Ihr Hauptanliegen ist, bricht unser Guide zu den besten Reise-Kreditkarten den Mehrwert Karte für Karte herunter.

Häufig gestellte Fragen
Welche Versicherung bieten Gratis-Kreditkarten in der Schweiz?
Gratis-Kreditkarten in der Schweiz bieten typischerweise Kaufschutz (CHF 1'000 bis CHF 2'000 pro Ereignis), eine Bestpreisgarantie und begrenzte Reiseversicherung (CHF 60'000 bis CHF 100'000). Heilungskostendeckung im Ausland oder Mietwagenversicherung sind auf dieser Stufe generell nicht enthalten. Für Inlandsausgaben und gelegentliche Reisen innerhalb Europas ist das ausreichend.
Welche Kreditkarte hat die beste Reiseversicherung in der Schweiz?
Die besten Reiseversicherungen bieten Platinum-Karten von Swisscard, UBS und American Express mit Heilungskostendeckung bis CHF 1'500'000 und umfassender Annullationsversicherung. Im Gold-Segment bieten die Miles & More Gold und UBS Gold das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Reisehäufigkeit und Ihren Destinationen ab.
Deckt die Kreditkarten-Reiseversicherung meine Familie ab?
Das kommt auf die Karte und den Herausgeber an. Viele Gold- und Platinum-Karten erweitern die Deckung auf Ehepartner und Kinder, die mit Ihnen reisen. Manche decken nur den Karteninhaber und Zusatzkarteninhaber. Prüfen Sie immer den Abschnitt "versicherte Personen" in den Bedingungen. Wenn Ihre Familie nicht abgedeckt ist, brauchen Sie möglicherweise eine separate Reiseversicherung.
Kann ich die Kreditkartenversicherung statt einer Reiseversicherung nutzen?
Ja, wenn die Deckung Ihrer Karte Ihren Bedürfnissen entspricht. Für europäische Reisen reicht eine Gold-Karte oft aus. Für Destinationen mit hohen Arztkosten (USA, Kanada, Japan) prüfen Sie, ob die Deckungslimiten ausreichen. Die wichtigste Einschränkung: Die gesamte Reise muss mit der versicherten Karte bezahlt werden.
Lohnt sich eine teure Kreditkarte nur wegen der Versicherung?
Nur wenn Sie die Leistungen tatsächlich nutzen. Rechnen Sie: Wenn eine Gold-Karte CHF 200 pro Jahr kostet und die enthaltene Reiseversicherung separat CHF 250 kosten würde, lohnt sie sich bereits. Aber eine Platinum-Karte für CHF 700 nur für die Versicherung ist Geldverschwendung, wenn Sie nur einmal pro Jahr reisen. Vergleichen Sie bei unseren Kreditkarten-Bewertungen.


