Säule 3a Steuern bei Auszahlung nach Kanton

Die Steuern auf die Auszahlung der Säule 3a unterscheiden sich je nach Kanton massiv. Bei CHF 150'000 zahlen Sie in Schwyz rund CHF 2'000, in Basel über CHF 10'000. Hier erfahren Sie, wie die Besteuerung funktioniert und wie Sie legal Tausende Franken sparen.

Säule 3a Steuern bei Auszahlung nach Kanton
Adrien MissiouxNadia Schmid
Geprüft von Nadia Schmid
Zuletzt aktualisiert am |Swiss Made

Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kanton bei der Auszahlung der Säule 3a ist gewaltig. Bei CHF 150'000 zahlen Sie in Schwyz rund CHF 2'000, in Basel-Stadt hingegen über CHF 10'000. Das sind CHF 8'000 Differenz, nur weil Sie an einem anderen Ort wohnen. Die meisten Leute denken erst darüber nach, wenn es zu spät ist.

Wie werden Bezüge aus der Säule 3a besteuert?

Wenn Sie Geld aus der Säule 3a beziehen, wird es als Kapitalleistung besteuert. Das ist deutlich günstiger als die Besteuerung als reguläres Einkommen. Die Steuer fällt auf drei Ebenen an:

  • Bundessteuer: Ein Fünftel des ordentlichen Einkommenssteuertarifs. Dieser Satz ist schweizweit gleich.
  • Kantonssteuer: Variiert stark. Einige Kantone verwenden einen fixen Satz, andere progressive Tarife, die mit der Bezugshöhe steigen.
  • Gemeindesteuer: In der Regel ein Vielfaches der Kantonssteuer. Ihre konkrete Wohngemeinde ist entscheidend.

Falls Sie nicht aus der Kirche ausgetreten sind, fällt zusätzlich eine Kirchensteuer an. Zusammengerechnet liegt der effektive Gesamtsteuersatz zwischen etwa 1,1% und über 15%, je nach Betrag und Wohnort.

Die Bundessteuer ist der kleinere Teil. Bei CHF 100'000 beträgt sie rund CHF 770. Die kantonalen und kommunalen Steuern machen den grossen Unterschied.

3a Steuern bei Auszahlung: Vergleich aller Kantone

Hier sehen Sie, was Sie in jedem Kanton tatsächlich zahlen. Die Angaben beziehen sich auf den Kantonshauptort, Einzelperson, Alter 65, konfessionslos:

KantonCHF 50'000CHF 100'000CHF 150'000CHF 250'000CHF 500'000
SZ (Schwyz)1,1%2,2%3,2%5,3%7,8%
SH (Schaffhausen)2,0%3,2%3,8%4,8%5,4%
GR (Chur)2,9%3,3%3,7%4,3%5,8%
ZG (Zug)1,8%2,8%3,4%4,6%5,8%
LU (Luzern)2,3%3,8%4,4%5,5%6,2%
NW (Stans)2,7%3,6%4,2%5,0%5,6%
AI (Appenzell)2,4%3,3%3,8%4,6%5,1%
FR (Freiburg)2,0%3,2%4,5%7,0%9,3%
AG (Aarau)3,1%4,9%5,7%7,1%8,2%
BE (Bern)3,5%4,6%5,5%6,5%8,3%
VD (Lausanne)3,3%4,6%5,6%7,0%8,4%
GE (Genf)2,5%4,1%5,0%6,2%7,4%
BS (Basel)3,7%5,3%6,4%8,3%9,5%
ZH (Zürich)4,5%4,9%5,3%5,9%7,2%
TG (Frauenfeld)6,2%6,6%7,0%7,6%8,2%
AR (Herisau)7,6%7,9%8,3%9,0%9,9%

Quelle: Steuerrechner des Bundes. Steuerjahr 2025, Einzelperson, Alter 65, konfessionslos.

Das Wichtigste: Bei CHF 150'000 liegt der Unterschied zwischen Schwyz (rund CHF 4'800) und Appenzell Ausserrhoden (rund CHF 12'450) bei etwa CHF 7'650. Dieses Geld bleibt entweder in Ihrer Tasche oder geht an den Fiskus.

Warum unterscheiden sich die kantonalen Steuersätze so stark?

Jeder Kanton bestimmt selbst, wie er Kapitalleistungen besteuert. Es gibt drei grundlegend verschiedene Modelle:

Progressive Systeme (die meisten Kantone): Der Steuersatz steigt mit dem Bezugsbetrag. Ein Bezug von CHF 50'000 wird vielleicht mit 2% besteuert, CHF 500'000 dagegen mit 8%. Deshalb lohnt sich ein gestaffelter Bezug in diesen Kantonen besonders.

Lineare Systeme (Glarus, Obwalden, St. Gallen, Thurgau, Uri): Ein fixer Prozentsatz gilt unabhängig von der Höhe des Bezugs. In diesen Kantonen bringt eine Staffelung auf kantonaler Ebene nichts (hilft aber trotzdem bei der Bundessteuer).

Mischsysteme (z.B. Basel-Landschaft): Ein fixer Satz bis zu einem Schwellenwert, dann ein höherer Satz darüber. Basel-Landschaft berechnet 2% auf die ersten CHF 400'000 und 6% auf den übersteigenden Betrag, maximal 4,5% insgesamt.

Wie funktioniert der 3a Steuerabzug in der Ansparphase?

Bevor Sie sich über die Auszahlungssteuer Gedanken machen: Ihre 3a bietet während der gesamten Einzahlungsphase massive Steuervorteile. Jeder eingezahlte Franken wird von Ihrem steuerbaren Einkommen abgezogen. Für 2026 sind das bis zu CHF 7'258 für Angestellte mit Pensionskasse.

Wie viel der Abzug in Franken wert ist, hängt von Ihrem Grenzsteuersatz ab:

CHF 2'200-2'500
Hochsteuerkanton

In Genf, Lausanne oder Basel sparen Sie bei CHF 100'000 Einkommen rund CHF 2'200 bis CHF 2'500 pro Jahr. Je höher der Grenzsteuersatz, desto wertvoller der 3a-Abzug.

CHF 1'800-2'100
Mittlerer Steuerkanton

In Zürich, Bern oder Luzern bringt die gleiche Einzahlung rund CHF 1'800 bis CHF 2'100 Steuerersparnis.

CHF 1'200-1'500
Tiefsteuerkanton

In Zug oder Schwyz ist die absolute Ersparnis mit CHF 1'200 bis CHF 1'500 tiefer. Aber selbst hier bleibt die Säule 3a die effizienteste legale Steueroptimierung.

Über eine 30-jährige Karriere spart allein der jährliche Steuerabzug CHF 36'000 bis CHF 75'000, je nach Kanton. Und das noch bevor Anlagerenditen berücksichtigt werden.

Berechnen Sie Ihre persönliche Ersparnis mit unserem Säule 3a Rechner.

Wie Sie die Steuern bei der 3a Auszahlung optimieren

Hier wird strategische Planung bares Geld wert. Es gibt mehrere bewährte Methoden, um Ihre Steuerbelastung beim Bezug zu senken:

Mehrere 3a-Konten eröffnen

Ein 3a-Konto muss immer komplett bezogen werden. Teilbezüge sind nur für Wohneigentum erlaubt. Wenn Sie CHF 200'000 auf einem Konto haben, zahlen Sie Steuern auf den gesamten Betrag und landen in den höchsten Progressionsstufen.

Verteilen Sie das Geld auf 4-5 Konten zu je CHF 40'000-50'000 und beziehen Sie diese in verschiedenen Steuerjahren. In einem progressiven Kanton wie Basel sparen Sie dadurch CHF 3'000 bis CHF 5'000 gegenüber einem Einmalbezug.

Gestaffelt über mehrere Jahre beziehen

Sie können die Säule 3a frühestens 5 Jahre vor dem AHV-Referenzalter beziehen. Wer über das Rentenalter hinaus arbeitet, kann den Bezug um bis zu 5 Jahre aufschieben. Das ergibt ein Zeitfenster von maximal 11 Jahren.

Wichtiges Detail: Alle Kapitalleistungen im gleichen Jahr werden zusammengezählt. Das betrifft Säule 3a, Pensionskassen-Kapital und Freizügigkeitsguthaben. In den meisten Kantonen werden auch die Bezüge des Ehepartners dazugerechnet. Koordinieren Sie Ihre Bezüge mit Ihrem Partner, damit Sie nicht im gleichen Jahr beziehen.

Bezug mit der Pensionskasse koordinieren

Falls Sie auch einen Kapitalbezug aus der Pensionskasse planen, ist Vorsicht geboten. CHF 100'000 aus der 3a plus CHF 200'000 aus der Pensionskasse im gleichen Jahr bedeutet: Sie werden auf CHF 300'000 zusammen besteuert. Verteilen Sie die Bezüge wann immer möglich auf verschiedene Jahre.

Wohnortwechsel in Betracht ziehen (bei grossen Beträgen)

Bei kombinierten Vorsorgeguthaben über CHF 500'000 kann die Steuerdifferenz zwischen den Kantonen CHF 20'000 übersteigen. Ein Umzug in einen steuergünstigen Kanton wie Schwyz oder Appenzell Innerrhoden vor dem Bezug ist legal und wird von vielen Planern empfohlen. Sie müssen allerdings tatsächlich dort wohnen.

Wer ins Ausland zieht, zahlt anstelle der Kapitalbezugssteuer eine Quellensteuer. Massgebend ist dann nicht Ihr früherer Wohnort, sondern der Sitz der Vorsorgestiftung. Einige Anbieter wie finpension haben ihren Sitz in Schwyz, wo die Quellensteuer besonders tief ist. Details zu allen Bezugsmöglichkeiten finden Sie in unserem Leitfaden zum Bezug der Säule 3a.

Was bedeutet die neue Nachzahlungsregel für die Steuerplanung?

Seit 2026 können Sie verpasste Einzahlungen ab dem Jahr 2025 nachzahlen. Diese Nachzahlungen sind im Jahr der Einzahlung steuerlich abzugsfähig. Damit können Sie in einem einzigen Jahr mehr als die regulären CHF 7'258 abziehen.

Aber Achtung bei der Bezugsplanung: Sobald Sie ab Alter 60 mit dem Bezug von 3a-Geldern beginnen, verlieren Sie das Recht auf weitere Nachzahlungen. Schliessen Sie also alle Nachzahlungen ab, bevor Sie den ersten Bezug machen.

Die Kombination aus Nachzahlungen und Bezugsoptimierung erfordert eine neue Ebene der Planung. Mehr einzahlen heisst auch: ein höheres 3a-Gesamtguthaben, das beim Bezug in höhere Steuerprogression fällt. Eröffnen Sie deshalb genügend separate Konten, um gestaffelt beziehen zu können.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Steuer bei Auszahlung der Säule 3a von CHF 100'000?

Das hängt vollständig von Ihrem Wohnkanton und Ihrer Gemeinde ab. Die Bundessteuer beträgt rund CHF 770. Die Kantons- und Gemeindesteuer reicht von etwa CHF 1'400 (Schwyz) bis CHF 4'500 (Appenzell Ausserrhoden). In der Stadt Zürich zahlt eine Einzelperson total rund CHF 4'900. Nutzen Sie den Steuerrechner des Bundes für Ihren genauen Betrag.

Kann ich die 3a Steuern mit mehreren Konten reduzieren?

Ja. Da ein 3a-Konto immer komplett bezogen werden muss, ermöglichen mehrere Konten eine Staffelung über verschiedene Steuerjahre. In Kantonen mit progressiven Steuersätzen (die meisten Kantone) senkt das Ihren effektiven Steuersatz deutlich. Die Ersparnis kann bei Guthaben über CHF 150'000 CHF 3'000 bis CHF 5'000 oder mehr betragen. Eröffnen Sie von Anfang an 4-5 Konten.

Wie trage ich den 3a Steuerabzug in der Steuererklärung ein?

In der Steuererklärung gibt es einen separaten Abschnitt für 3a-Beiträge, meist unter "Abzüge" oder "Vorsorgebeiträge". Sie benötigen die Einzahlungsbestätigung Ihres 3a-Anbieters. Das 3a-Guthaben selbst müssen Sie nicht als Vermögen deklarieren, da es während der Ansparphase von der Vermögenssteuer befreit ist.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Bezug der Säule 3a?

Beginnen Sie 5 Jahre vor dem AHV-Referenzalter mit dem Bezug. Beziehen Sie ein Konto pro Jahr. Vermeiden Sie den Bezug im gleichen Jahr wie Ihr Ehepartner. Ziehen Sie 3a und Pensionskasse nie im gleichen Jahr. Ziel ist es, den jährlichen Gesamtbetrag möglichst tief zu halten, um in tieferen Steuerstufen zu bleiben. Unsere Checkliste zur Pensionierungsplanung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen.

Lohnt sich ein Umzug in einen steuergünstigen Kanton vor dem 3a-Bezug?

Bei kombinierten Vorsorgeguthaben (3a, Pensionskasse, Freizügigkeit) über CHF 500'000 kann sich das durchaus lohnen. Die Steuerdifferenz zwischen den günstigsten und teuersten Kantonen übersteigt in diesem Bereich CHF 20'000. Bedenken Sie aber: Sie müssen tatsächlich im neuen Kanton wohnen. Ein Scheinwohnsitz wird von den Steuerbehörden nicht akzeptiert.

Nachdem ich meine eigene Vorsorgeplanung jahrelang optimiert habe, kann ich Ihnen sagen: Die kantonalen Steuerunterschiede bei der 3a-Auszahlung sind der am meisten unterschätzte Faktor in der Schweizer Vorsorge. Die meisten Leute konzentrieren sich auf die Wahl des richtigen 3a-Anbieters (was wichtig ist), ignorieren aber die CHF 5'000 bis CHF 10'000, die sie durch kluges Timing sparen könnten. Mein Rat: Eröffnen Sie von Anfang an 5 separate 3a-Konten. Beginnen Sie den Bezug 5 Jahre vor der Pensionierung. Koordinieren Sie mit Ihrem Partner. Und falls Sie einen Kantonswechsel planen, prüfen Sie vorher die Kapitalbezugssteuern. Diese einfachen Schritte können Ihnen so viel sparen, wie eine komplette 3a-Jahreseinzahlung.

Adrien Missioux
Adrien MissiouxGründer, GetRates

Typische Fehler bei der 3a-Auszahlungssteuer

Gesamtes 3a-Guthaben auf einem Konto

Der teuerste Fehler. Mit CHF 200'000 auf einem einzigen Konto müssen Sie alles auf einmal beziehen und landen in den höchsten Progressionsstufen. Verteilen Sie auf 4-5 Konten und beziehen Sie über mehrere Jahre. Allein in Basel spart das CHF 4'000 bis CHF 5'000.

3a und Pensionskasse im gleichen Jahr beziehen

Alle Kapitalleistungen im gleichen Jahr werden zusammengerechnet. CHF 100'000 aus der 3a plus CHF 300'000 aus der Pensionskasse bedeutet: Besteuerung auf CHF 400'000. Staffeln Sie die Bezüge über verschiedene Jahre. Die Ersparnis kann CHF 5'000 bis CHF 10'000 betragen.

Steuersystem des Wohnkantons nicht kennen

Wenn Ihr Kanton lineare Steuersätze hat (Glarus, Obwalden, St. Gallen, Thurgau, Uri), bringt eine Staffelung auf kantonaler Ebene nichts. Ihre Strategie sollte sich danach richten, ob Ihr Kanton progressiv oder linear besteuert. Prüfen Sie das, bevor Sie planen.

Bezüge nicht mit dem Ehepartner koordinieren

In den meisten Schweizer Kantonen werden die Kapitalleistungen beider Ehepartner zusammengerechnet. Wenn beide im gleichen Jahr beziehen, steigt der Gesamtbetrag und damit der Steuersatz. Planen Sie die Bezüge in abwechselnden Jahren.

Über den Autor

Adrien Missioux

Adrien Missioux

Gründer & Hauptautor

Unternehmer, der ein SaaS von Grund auf zu mehreren Millionen Umsatz aufgebaut hat. Entwickelt GetRates.ch, um Transparenz in die Schweizer Finanzwelt zu bringen.

Über die Prüferin

Nadia Schmid

Nadia Schmid

Finanzanalystin & Prüferin

Finanzanalystin mit Expertise in Schweizer Bankprodukten. Prüft GetRates.ch-Inhalte auf Genauigkeit und Vollständigkeit, um sicherzustellen, dass Leser vertrauenswürdige Informationen erhalten.

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