ETF-Sparplan Schweiz 2026: 7 Anbieter im Vergleich

Saxo AutoInvest, neon, Yuh, PostFinance, Swissquote, Interactive Brokers und Trading 212 an einem Beispiel verglichen: CHF 200 pro Monat in einen Welt-ETF, ein Jahr lang. Mit Courtage, Stempelsteuer, Depotgebühr und Steuerauszug, plus Einrichtung in 4 Schritten.

Adrien MissiouxJordana da Mata
Geschrieben von Adrien MissiouxGeprüft von Jordana da Mata
Zuletzt aktualisiert am Swiss Made
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CHF 200 pro Monat in denselben Welt-ETF kosten bei Saxo, neon oder Yuh CHF 3.60 im Jahr, bei Swissquote CHF 136.28. Gleicher ETF, gleicher Betrag, rund 38-mal so teuer. Der ETF ist wichtig, aber bei einem monatlichen Sparplan entscheidet der Anbieter, wie viel von Ihrem Geld tatsächlich investiert wird. Hier sehen Sie, was jeder ETF-Sparplan in der Schweiz wirklich kostet und welcher zu Ihnen passt.

Was ist ein ETF-Sparplan, und welcher ist in der Schweiz am günstigsten?

Ein ETF-Sparplan investiert automatisch jeden Monat einen festen Betrag in einen oder mehrere ETFs. In der Schweiz sind Saxo AutoInvest, neon und Yuh am günstigsten: Auf ausgewählten ETFs zahlen Sie keine Kaufgebühr, bei CHF 200 im Monat also nur rund CHF 3.60 Stempelsteuer pro Jahr. Trading 212 kostet ähnlich wenig, liefert aber keinen Schweizer Steuerauszug.

Sie legen Betrag, ETF und Rhythmus einmal fest. Danach zieht der Anbieter das Geld von Ihrem Konto ein und kauft für Sie, egal ob die Börse steigt oder fällt. Keine Orders, keine Grübeleien, ob jetzt der richtige Moment ist. Genau darum geht es: Ein Sparplan macht aus dem Anlegen eine Gewohnheit, wie die Miete, nur dass das Geld Ihnen bleibt.

Die meisten nutzen ihn für einen breiten Welt-ETF und lassen ihn jahrelang laufen. Wenn Sie noch nie einen ETF gekauft haben, lesen Sie zuerst unseren Ratgeber ETF kaufen in der Schweiz; die Grundlagen zu Depot, Order und ISIN erklärt Aktien kaufen.

Ganze Anteile oder Bruchstücke: warum das bei kleinen Beträgen zählt

Hier liegt der Haken, den viele Vergleiche weglassen. Manche Sparpläne kaufen nur ganze Anteile. Kostet ein Anteil mehr als Ihre Monatsrate, wird in diesem Monat nichts gekauft, und das Geld bleibt bis zur nächsten Ausführung als Cash liegen.

Saxo und neon kaufen nur ganze Anteile. Yuh, PostFinance, Swissquote, Interactive Brokers und Trading 212 kaufen Bruchstücke, so arbeitet jeder Franken. Mit CHF 50 im Monat und einem Welt-ETF, dessen Anteil deutlich mehr kostet, investiert nur ein Sparplan mit Bruchstücken wirklich jeden Monat.

ETF-Sparplan oder Aktiensparplan?

Ein Aktiensparplan kauft jeden Monat einzelne Aktien, etwa Nestlé oder Novartis. Das geht bei PostFinance mit Titeln aus SMI, DAX oder Nasdaq 100. Ein ETF-Sparplan verteilt Ihr Geld dagegen mit einem einzigen Kauf auf Hunderte oder Tausende Firmen. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist der ETF fast immer die bessere Basis, einzelne Aktien bleiben eine Ergänzung.

ETF-Sparplan Vergleich: Was kostet ein Sparplan pro Jahr?

Die Kosten eines Sparplans kommen aus vier Quellen: Courtage pro Kauf, Stempelsteuer, Depotgebühr und Steuerauszug. Der Devisenwechsel kommt dazu, wenn der ETF nicht in CHF gehandelt wird. Hier die Konditionen im Überblick, sortiert nach den Kosten unseres Beispiels weiter unten.

ETF-Sparpläne in der Schweiz: die Konditionen
AnbieterGebühr pro KaufMindestbetrag pro KaufAnteileETF-AuswahlDepotgebühr pro JahrSchweizer Steuerauszug
Trading 212CHF 0CHF 1.00Bruchstücke–CHF 0Keine
neon investCHF 0 auf ausgewählte ETFsPreis von 1 AnteilGanze AnteileBis 3 pro PlanCHF 0Gratis
Saxo BankCHF 0Preis von 1 AnteilGanze Anteile100+ ETFs, bis 10 pro PlanCHF 0Gratis
YuhCHF 0 auf ausgewählte ETFsCHF 10.00Bruchstücke–CHF 0Ja, Gebühr nicht bestätigt
Interactive Brokers0.05% (mind. CHF 5.00)Nicht publiziertBruchstücke–CHF 0Keine
PostFinance E-Trading1% (mind. CHF 1.00)CHF 1.00Bruchstücke100+ ETFsCHF 72.00, als Tradingguthaben zurückCHF 97.30
SwissquoteAb CHF 3.85Nicht publiziertBruchstücke–Ab CHF 86.48CHF 85.00
Sparplan-Konditionen gemäss Website und Preisliste der Anbieter, Stand 29. Oktober 2026. Depotgebühr für ein Depot unter der ersten Gebührenstufe.

Jetzt der echte Test: CHF 200 pro Monat in einen ausländischen Welt-ETF, gehandelt in CHF, 12 Käufe, erstes Jahr, nur Kaufkosten.

CHF 200 pro Monat in einen ausländischen Welt-ETF, 12 Käufe im ersten Jahr
AnbieterCourtageStempelsteuerDepotgebührTotal 1. JahrDevisen, falls ETF nicht in CHF
Trading 212CHF 0KeineCHF 0CHF 0CHF 3.60
neon investCHF 0CHF 3.60CHF 0CHF 3.60Nur CHF
Saxo BankCHF 0CHF 3.60CHF 0CHF 3.60Nur CHF
YuhCHF 0CHF 3.60CHF 0CHF 3.60CHF 22.80
Interactive BrokersCHF 60.00KeineCHF 0CHF 60.00CHF 0.05
PostFinance E-TradingCHF 24.00, durch Guthaben gedecktCHF 3.60CHF 72.00CHF 75.60CHF 24.00
SwissquoteCHF 46.20CHF 3.60CHF 86.48CHF 136.28CHF 22.80
Nur Kaufkosten: Courtage, 0.15% Stempelsteuer und Depotgebühr für ein kleines Depot, gemäss Preisliste der Anbieter, Stand 29. Oktober 2026. Die Devisenspalte ist nicht im Total enthalten.
  • Swissquote: Courtage inkl. Echtzeit-Zuschlag von CHF 0.85 pro Order; Börsengebühren kommen dazu.
  • Interactive Brokers, Trading 212: keine Schweizer Stempelsteuer, aber auch kein Schweizer Steuerauszug.
  • Verkäufe kosten die normalen Handelsgebühren des Anbieters und sind nicht eingerechnet.
  • ETF mit Sitz in der Schweiz: 0.075% Stempelsteuer, also CHF 1.80 pro Jahr statt CHF 3.60.

Die Gratis-Sparpläne gewinnen deutlich: Die CHF 3.60 bei Saxo, neon oder Yuh sind schlicht die Stempelsteuer auf CHF 2'400 Einzahlungen. Interactive Brokers erhebt keine Stempelsteuer, verlangt aber auf jedem Kauf die Mindestcourtage von CHF 5, also CHF 60 im Jahr. PostFinance und Swissquote sind vor allem wegen der Depotgebühren teuer, nicht wegen des Sparplans selbst.

Wollen Sie sehen, was aus Ihrem eigenen Sparplan in 10 oder 20 Jahren wird? Simulieren Sie es mit unserem ETF-Rechner, der auch den Einfluss der Gebühren auf das Endkapital zeigt.

So haben wir die Jahreskosten berechnet

Wir haben die Sparplan-Konditionen jedes Anbieters auf 12 monatliche Käufe von CHF 200 angewendet. Die Stempelsteuer beträgt 0.15% auf ausländischen und 0.075% auf Schweizer ETFs und wird nur von Schweizer Effektenhändlern erhoben, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung erklärt. Ausländische Broker wie Interactive Brokers und Trading 212 verlangen sie nicht.

Die Depotgebühr ist die Jahresgebühr für ein kleines Depot unter der ersten Gebührenstufe. Bei PostFinance kommt die Depotgebühr als Tradingguthaben zurück und deckt in unserem Beispiel die CHF 24 Courtage. Verkäufe sind nicht eingerechnet: Jeder Anbieter verlangt dafür seine normalen Handelsgebühren. Stand der Gebühren: 29. Oktober 2026.

Die ETF-Sparpläne im Detail: Saxo, neon, Yuh und Co.

Saxo AutoInvest: der Gratis-ETF-Sparplan mit ganzen Anteilen

Der Saxo ETF-Sparplan AutoInvest kostet weder Kauf- noch Monatsgebühr, und zwar auf über 100 ETFs von iShares und Amundi. Pro AutoInvest-Unterkonto halten Sie bis zu 10 ETFs, alles wird in CHF gekauft, und der Sparplan läuft am 5. jedes Monats. Saxo ist eine Schweizer Bank, deshalb fällt Stempelsteuer an, und der Steuerauszug ist gratis.

Die Kehrseite: AutoInvest kauft nur ganze Anteile, Ihre Monatsrate muss also mindestens einen Anteil jedes ETFs decken. Positionen lassen sich nicht ins AutoInvest-Unterkonto oder aus ihm heraus übertragen, und ein Verkauf kostet die normale Saxo-Gebühr (0.08%, mindestens CHF 3). Für einen langfristigen Sparplan stört das kaum. Die Saxo AutoInvest ETF-Liste und alles Weitere zum Konto finden Sie in unserer Saxo Bank Bewertung.

neon Sparplan: 0% auf Partner-ETFs, bis zu 3 pro Plan

neon verlangt im Sparplan 0% auf ausgewählte Partner-ETFs und ETPs. Technisch wird die Gebühr belastet und innert zwei Bankarbeitstagen zurückerstattet. Zu den Partnern gehören Swisscanto, Invesco (FTSE All-World), Xtrackers (S&P 500 und Nasdaq 100), WisdomTree und das FuW Swiss 50 ETP. Andere Titel kosten 0.5% pro Kauf, mindestens CHF 1.

Ein Plan umfasst bis zu 3 Positionen und läuft monatlich. neon handelt keine Bruchstücke, der Mindestbetrag pro Kauf ist also der Preis eines Anteils. Alles läuft in CHF (keine Devisengebühr), es gibt keine Depotgebühr, und der Steuerauszug ist gratis. Ein Haken, falls Sie einmal wechseln: Der Übertrag Ihrer Wertschriften kostet CHF 100 pro Position. Mehr in unserer neon invest Bewertung.

Yuh ETF-Sparplan: gratis auf ausgewählten ETFs

Yuh verlangt keine Handelsgebühr auf einer Auswahl von ETFs, aber nur, wenn Sie diese über einen Sparplan kaufen. Ein Einzelkauf desselben ETFs kostet 0.5%. Die Stempelsteuer bleibt, unser Beispiel kostet also wie bei Saxo und neon CHF 3.60 im Jahr.

Der Mindestbetrag liegt bei CHF 10 pro Ausführung, Yuh kauft Bruchstücke, und Sie wählen zwischen wöchentlich und monatlich. Damit ist der Yuh Sparplan der einfachste Einstieg mit kleinen Beträgen. Achten Sie auf zwei Punkte: ETFs, die nicht in CHF gehandelt werden, kosten 0.95% Devisengebühr, und Ihre Wertschriften lassen sich nicht zu einer anderen Bank übertragen. Mehr in unserer Yuh Bewertung.

PostFinance ETF-Sparplan: ab CHF 1, aber 1% pro Kauf

Beim PostFinance ETF-Sparplan starten Sie ab CHF 1 mit Bruchstücken, mit über 100 ETFs und Aktien aus SMI, DAX, CAC 40, Euro Stoxx 50, Dow Jones und Nasdaq 100. Sie brauchen ein PostFinance-Konto. Jede Ausführung kostet 1%, mindestens CHF 1.

Die Depotgebühr von CHF 72 pro Jahr kommt als Tradingguthaben zurück. In unserem Beispiel ist die Courtage damit gedeckt, und Sie zahlen total CHF 75.60. Das ist die freundliche Lesart. Die weniger freundliche: 1% pro Kauf wird teuer, sobald Ihre Beträge wachsen, und der Steuerauszug kostet CHF 97.30. Lesen Sie vorher unsere PostFinance E-Trading Bewertung.

Swissquote Sparplan: flexibel, aber nicht günstiger als eine normale Order

Der Swissquote Sparplan bietet mehrere Intervalle und kauft Bruchstücke, sobald Sie den Bruchstückhandel aktivieren. Er kostet aber genau so viel wie eine manuelle Order: Einen Sparplan-Rabatt gibt es nicht. Auf einem ETF-Leaders-Fonds kostet ein Kauf bis CHF 500 CHF 3, plus CHF 0.85 Echtzeit-Zuschlag, plus Börsengebühren. Das sind CHF 3.85 pro Monat vor den Börsengebühren.

Mit der Depotgebühr von CHF 86.48 pro Jahr für ein kleines Depot landen Sie in unserem Beispiel bei CHF 136.28, dem höchsten Wert der 7 Anbieter. Swissquote lohnt sich, wenn Sie dort ohnehin alles andere machen und ein einziges Konto wollen. Eröffnen Sie trotzdem ein Konto, bringt Ihnen unser Swissquote Promo-Code ein Tradingguthaben. Das ganze Bild in der Swissquote Bewertung.

Interactive Brokers: Recurring Investments für grössere Beträge

Interactive Brokers bietet mit «Recurring Investments» eine Funktion, die für Sie regelmässig einen festen Betrag investiert, mit Bruchstücken, wenn Sie die Berechtigung aktivieren. Einen Sparplan-Rabatt gibt es nicht: Sie zahlen die normale Courtage von 0.05%, mindestens CHF 5 pro Kauf. Keine Stempelsteuer, keine Depotgebühr.

Genau diese Mindestgebühr ist das Problem bei kleinen Sparplänen. Bei CHF 200 im Monat zahlen Sie CHF 60 im Jahr, bei CHF 50 frisst die Courtage 10% jedes Kaufs. Interactive Brokers holt die Gratis-Sparpläne erst ab rund CHF 3'333 pro Kauf ein. Einen Schweizer Steuerauszug gibt es auch nicht, Sie erstellen Ihr Wertschriftenverzeichnis selbst oder bezahlen einen Drittanbieter. Siehe unsere Interactive Brokers Bewertung.

Trading 212: Gratis-Pies bei einem ausländischen Broker

Bei Trading 212 stellen Sie sogenannte «Pies» zusammen und investieren automatisch ohne Courtage, ab CHF 1 und in Bruchstücken. Als ausländischer Broker erhebt Trading 212 keine Schweizer Stempelsteuer, deshalb kostet unser Beispiel CHF 0. Pies halten das Cash in der Hauptwährung Ihres Kontos, und jeder Wechsel kostet 0.15%: CHF 3.60 im Jahr in unserem Beispiel, wenn der ETF nicht in CHF gehandelt wird.

Der grössere Nachteil ist der Papierkram: kein Schweizer Steuerauszug, Sie füllen das Wertschriftenverzeichnis selbst aus. Was das konkret bedeutet, lesen Sie in unserer Trading 212 Bewertung.

Cornèrtrader und DEGIRO bieten keinen ETF-Sparplan an. Sie können dort zwar jeden Monat von Hand ETFs kaufen, aber zu den normalen Gebühren.

Gratis-Sparplan, Interactive Brokers oder Hausbank: Was passt zu Ihnen?

Beginnen Sie mit Ihrer Monatsrate. Für jeden Betrag, den ein normaler Haushalt monatlich anlegt, kostet ein Gratis-Sparplan bei Saxo, neon oder Yuh nur die Stempelsteuer. Interactive Brokers bleibt der günstigste Broker für grosse Einmalkäufe, wie unser Broker Vergleich in den Anlegerprofilen zeigt, die Mindestcourtage macht ihn für kleine Sparpläne aber unattraktiv.

Danach entscheiden Sie, was Ihnen wichtig ist:

  • Eine Schweizer Bank und ein Gratis-Steuerauszug: Saxo AutoInvest, wenn Ihre Rate ganze Anteile deckt.
  • Kleine Beträge, wöchentlich oder monatlich, mit Bruchstücken: Yuh.
  • Eine einfache App, nur in CHF: neon, mit bis zu drei ETFs pro Plan.
  • Alles bei der bestehenden Bank: PostFinance oder Swissquote, wenn Sie bereit sind, mehr zu zahlen.

Vergessen Sie den Steuerauszug nicht. Saxo und neon liefern ihn gratis, PostFinance verlangt CHF 97.30 und Swissquote CHF 85 pro Jahr. Bei einem kleinen Sparplan kostet dieses eine Dokument Jahr für Jahr ein Vielfaches der Stempelsteuer auf all Ihren Käufen.

Raiffeisen, UBS und andere Hausbanken: Fondssparplan statt ETF-Sparplan

UBS, Raiffeisen, ZKB und die Migros Bank bieten vor allem Fondssparpläne an, meist mit aktiv verwalteten Fonds und höheren laufenden Kosten als ein ETF. Wer nach einem Raiffeisen ETF-Sparplan sucht, landet deshalb oft bei einem Fondssparplan. UBS setzt auf fondsbasierte Lösungen und key4, mehr dazu in unserer UBS Bewertung. Ein Fondssparplan ist kein schlechtes Produkt, aber vergleichen Sie die jährlichen Fondskosten mit einem Welt-ETF, bevor Sie am Schalter unterschreiben.

ETF-Sparplan einrichten: So erstellen Sie Ihren Sparplan in 4 Schritten

Bevor Sie starten, prüfen Sie Ihre Säule 3a. Einzahlungen sind steuerlich abzugsfähig, und Sie können sie ebenfalls in ETF-basierte Fonds investieren: Unser Ratgeber zum Einstieg in 3a-Fonds zeigt, wie. Ist Ihre 3a fürs Jahr voll, ist ein Sparplan der logische nächste Schritt.

Anbieter wählen

Nutzen Sie die Tabelle oben. Kleine Beträge sprechen für Yuh, ganze Anteile mit Schweizer Steuerauszug für Saxo oder neon. Das Konto eröffnen Sie online mit Ihrem Ausweis in einem Durchgang.

Einen breiten ETF wählen

Ein Welt-ETF in CHF genügt für die meisten. Prüfen Sie, ob er auf der Gratis-Liste des Anbieters steht, sonst zahlen Sie bei jedem Kauf die normale Courtage.

Betrag und Datum festlegen

Wählen Sie einen Betrag, den Sie auch in schlechten Monaten zahlen können. Planen Sie den Dauerauftrag vom Lohnkonto ein paar Tage vor dem Ausführungsdatum, damit das Geld bereitliegt.

Laufen lassen und einmal im Jahr prüfen

Schauen Sie einmal im Jahr hin: Steht der ETF noch auf der Gratis-Liste, passen die Gebühren noch? Erhöhen Sie die Rate, wenn Ihr Lohn steigt. Sonst gilt: nicht anfassen.

Cost-Average-Effekt: Lohnt sich der Durchschnittskosteneffekt wirklich?

Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) bedeutet: Weil der Betrag gleich bleibt, kaufen Sie bei tiefen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger. Das klingt nach einem Trick, um den Markt zu schlagen. Ist es nicht.

Ein vereinfachtes Beispiel: Sie investieren CHF 100, wenn ein Anteil CHF 50 kostet, und erhalten 2 Anteile. Im nächsten Monat fällt der Kurs auf CHF 40, und dieselben CHF 100 kaufen 2.5 Anteile. Sie besitzen nun 4.5 Anteile für CHF 200, im Schnitt CHF 44.44 pro Anteil, unter dem Durchschnittskurs von CHF 45. Schön, aber der Unterschied ist klein und entsteht nur, weil sich die Kurse bewegt haben.

Was der Effekt wirklich bringt, ist weniger Timing-Risiko: Sie investieren nie alles am schlechtesten Tag. Eine bessere Rendite als eine Einmalanlage garantiert er nicht. Die Börse steigt öfter, als sie fällt, deshalb liegt eine früh investierte Einmalanlage oft vorne. Der echte Vorteil des Sparplans ist das Verhalten: Sie investieren regelmässig vom Lohn, was die meisten sonst nicht tun würden.

Haben Sie bereits einen grösseren Betrag auf dem Konto, ist die Einmalanlage rechnerisch meist besser. Investieren Sie vom monatlichen Lohn, ist der Sparplan schlicht der Weg, wie es funktioniert.

ETF-Sparplan für Kinder: Geht das in der Schweiz?

Ein Sparplan auf den Namen Ihres Kindes braucht ein Jugend- oder Kinderkonto mit Depot bei einem Anbieter, der das für Minderjährige anbietet. Die Bedingungen unterscheiden sich stark, prüfen Sie sie deshalb direkt beim Anbieter, bevor Sie etwas eröffnen. Unsere Übersicht der Jugendkonten ist ein guter Ausgangspunkt.

Der einfachere Weg: Sie führen den Sparplan auf Ihren eigenen Namen und reservieren ihn gedanklich für Ihr Kind. Sie behalten die volle Kontrolle und entscheiden selbst, wann Sie das Geld übergeben. So oder so kann ein kleiner monatlicher Betrag über 18 Jahre zu einem schönen Startkapital wachsen, was Sie mit unserem Zinseszinsrechner abschätzen können.

Robo-Advisor statt Sparplan?

Robo-Advisor wie finpension, Selma, findependent, VIAC Invest, True Wealth, das VZ VermögensZentrum und arvy nennen ihre Angebote ebenfalls «ETF-Sparplan». Sie investieren Ihr Geld in ein fertiges ETF-Portfolio und gleichen es für Sie aus. Dafür zahlen Sie jedes Jahr eine Pauschalgebühr, zusätzlich zu den Kosten der ETFs selbst.

Diese Gebühr wächst mit Ihrem Vermögen, während ein Gratis-Sparplan beim Broker nur die Stempelsteuer auf jedem Kauf kostet. Ein Robo-Advisor lohnt sich, wenn Sie gar nichts entscheiden wollen. Wählen Sie gerne selbst einen Welt-ETF, ist der Broker-Sparplan günstiger.

Häufige Fehler beim ETF-Sparplan

Einen ETF ausserhalb der Gratis-Liste wählen

Die 0% gelten nur für die ausgewählten ETFs des Anbieters. Wählen Sie einen anderen Fonds, zahlt jeder Monatskauf die normale Courtage, und der Vorteil des Gratis-Sparplans ist weg.

Eine Rate unter dem Preis eines Anteils

Bei Sparplänen mit ganzen Anteilen wie Saxo oder neon kauft eine Monatsrate unter dem Anteilspreis nichts. Prüfen Sie den Kurs Ihres ETFs, bevor Sie den Betrag festlegen.

Die Depotgebühr übersehen

Ein Sparplan kann pro Kauf günstig und pro Jahr trotzdem teuer sein. Bei Swissquote kostet das Depot in unserem Beispiel mehr als die ganze Courtage.

Einen ausländischen Broker wählen, ohne an die Steuern zu denken

Keine Stempelsteuer klingt gut, aber ohne Schweizer Steuerauszug tragen Sie jede Position selbst in die Steuererklärung ein. Vielen ist das ein paar Franken Stempelsteuer wert.

Den Sparplan stoppen, wenn die Börse fällt

Gerade bei fallenden Kursen kauft Ihre feste Rate mehr Anteile. Wer dann stoppt, dreht den Cost-Average-Effekt gegen sich.

Die Säule 3a auslassen

Jeder Franken in der 3a senkt Ihre Steuern. Füllen Sie sie zuerst, dann läuft Ihr Sparplan obendrauf.

Meine Einschätzung

Wenn mich ein Freund fragt, wo er einen ETF-Sparplan eröffnen soll, sage ich: zuerst die 3a füllen, dann einen Welt-ETF wählen und automatisieren. Saxo AutoInvest ist meine Wahl, wenn Sie eine Schweizer Bank und einen Gratis-Steuerauszug wollen und Ihre Rate ganze Anteile deckt. Mit kleinen Beträgen ist Yuh der einfachste Start, weil Yuh schon ab CHF 10 Bruchstücke kauft. Interactive Brokers ist top für grosse Einmalkäufe, nicht für CHF 200 im Monat. Und egal wofür Sie sich entscheiden: Der Sparplan funktioniert nur, wenn Sie ihn jahrelang in Ruhe lassen.

Adrien MissiouxGründer, GetRates

Steuerlich behandeln Sie den Sparplan wie jeden ETF-Bestand: Vermögenssteuer auf dem Wert per 31. Dezember, Ausschüttungen und thesaurierte Erträge zählen als Einkommen. Kapitalgewinne bleiben für Privatanleger steuerfrei. Unser Ratgeber zu Aktien versteuern erklärt jeden Schritt.

Häufige Fragen

Welcher ETF-Sparplan ist in der Schweiz am günstigsten?

Saxo AutoInvest, neon und Yuh sind die günstigsten ETF-Sparpläne der Schweiz: keine Kaufgebühr auf ihren ausgewählten ETFs, bei CHF 200 im Monat also CHF 3.60 Stempelsteuer im Jahr. Trading 212 kostet weder Courtage noch Stempelsteuer, liefert aber keinen Schweizer Steuerauszug.

Ist Saxo AutoInvest wirklich gratis?

Beim Kauf ja: AutoInvest kostet keine Kauf- und keine Monatsgebühr auf der ETF-Liste, und Saxo verlangt keine Depotgebühr. Die Stempelsteuer von 0.15% zahlen Sie trotzdem, und ein Verkauf kostet die normale Saxo-Gebühr (0.08%, mindestens CHF 3). Der Sparplan kauft nur ganze Anteile.

Kann ich einen ETF-Sparplan mit CHF 50 starten?

Ja. Yuh akzeptiert CHF 10 pro Ausführung, PostFinance und Trading 212 starten tiefer, alle mit Bruchstücken. Bei PostFinance kosten CHF 50 CHF 1 pro Kauf (2%). Meiden Sie bei solchen Beträgen Interactive Brokers: Die Mindestcourtage frisst 10% jedes Kaufs.

Zahle ich beim Sparplan Stempelsteuer?

Ja, bei Schweizer Anbietern: 0.15% auf jedem Kauf eines ausländischen ETFs und 0.075% auf einem Schweizer ETF, auch wenn der Sparplan selbst gratis ist. Ausländische Broker wie Interactive Brokers und Trading 212 erheben sie nicht.

Sparplan oder Einmalanlage: Was ist besser?

Haben Sie das Geld bereits, liegt eine sofort investierte Einmalanlage oft vorne, weil die Börse öfter steigt als fällt. Ein Sparplan senkt das Risiko eines schlechten Zeitpunkts und lässt Sie vom Lohn investieren. Die meisten machen am Ende beides.

Kann ich einen ETF-Sparplan für mein Kind eröffnen?

Nur bei einem Anbieter, der ein Jugend- oder Kinderkonto mit Depot anbietet, und die Bedingungen unterscheiden sich stark. Einfacher ist ein ETF-Sparplan auf Ihren eigenen Namen, den Sie für Ihr Kind reservieren. So behalten Sie die Kontrolle, bis Sie das Geld übergeben.

Welche App ist am sichersten für einen ETF-Sparplan?

Saxo, PostFinance und Swissquote haben eine Bewilligung der FINMA, neon läuft über die Hypothekarbank Lenzburg und Yuh über die Swissquote Bank, beide ebenfalls FINMA-beaufsichtigt. Bargeld ist dort über esisuisse bis CHF 100'000 geschützt. Interactive Brokers betreut Schweizer Kunden über eine britische Gesellschaft unter Aufsicht der FCA.

Über den Autor

Adrien Missioux

Adrien Missioux

Gründer & Hauptautor

Unternehmer, der ein SaaS von Grund auf zu mehreren Millionen Umsatz aufgebaut hat. Entwickelt GetRates.ch, um Transparenz in die Schweizer Finanzwelt zu bringen.

Über die Prüferin

Jordana da Mata

Jordana da Mata

Finanzprüferin & Faktenprüferin

Arbeitet im Schweizer Bankwesen, mit Erfahrung in AML-Ermittlungen und grenzüberschreitenden Zahlungen. Prüft GetRates.ch-Inhalte vor der Veröffentlichung auf Genauigkeit und versteckte Bedingungen.

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